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Saturday, April 27, 2013
Telekom und die Flatrate, die Zweite
Je mehr ich über die Pläne der Telekom lese, desto deutlicher werden die Visionen von einem Mob, der mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet die Telekom-Zentrale niederbrennt. Vor allem, wenn der verbale Sprachmüll der Konzerne zum Einsatz kommt, der die "signal to noise" ratio in neue Höhen treibt. Aber: Das ist natürlich keine Aufforderung zum bewaffneten Aufstand, sondern lediglich heimliche Bewunderung für die poetischen Äußerungen der Telekom:
"Wenn die Telekom besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies auch differenziert bepreist werden"
Reinste Poesie für die Ohren und den Geldbeutel, nicht wahr? Das hat den in diesem Blog bisher noch nicht vergebenen "Bullshit Award" verdient. Auch wenn es auf den ersten Blick offensichtlich erscheint, geht es erst in zweiter Linie um mehr Profit und die Erhöhung der mageren Manager Gehälter. Das eigentliche Ziel ist die Abschaffung der Netzneutralität. Hat bisher so funktioniert: Alle Daten werden ohne Veränderung gleichberechtigt übertragen und es ist egal wer die Daten in die Welt gesetzt hat und woher diese kommen. Und was für Folgen hat das, fragen Sie sich?
Sunday, March 24, 2013
Telekom: Abschaffung der Flatrate ab Mai geplant
Ein Zitat, das gerne und oft in Blogs verwendet wird, um den drohenden Untergang des Abendlandes mit wohlfeilen Worten zu beschwören, ist von Heinrich Heine. "Warum nicht?" habe ich mir gedacht, "Ich brauche einen Einstieg in den heutigen Blog!" und so bekommen es meine Leser - falls vorhanden - auch einmal in abgeänderter Form um die Ohren geschlagen:
"Denk ich an Deutschlands Internet in der Nacht, so bin ich um meinen Schlaf gebracht!"
Voila, wir sind beim Thema, und der Darsteller unserer heutigen Episode in der Schmierenkomödie "Deutschland und das Internet" ist die Telekom. Ein ehemals staatliches Unternehmen, dass durch Privatisierung in die Weiten der freien Marktwirtschaft entlassen worden ist und nun beständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Geldvermehrung ist.
Der neueste Plan im Portfolio des Grauens und des freien Unternehmertums ist die "Drosselung", genauer: Bei Flatrates soll die Übertragungsgeschwindigkeit gebremst werden, sobald ein bestimmtes Volumen an Datenmenge durch die Leitungen geflossen sind. Großzügigerweise soll die neue einheitliche Geschwindigkeit 384 KBit/s betragen... wer es dann schneller haben will, soll mehr zahlen. Und das alles ist ab Mai geplant, wie lieblich. Es ist ein wunderbarer Business Plan, der mit Sicherheit den Sozialneid unserer Nachbarstaaten hervorrufen wird, die jetzt schon für weniger Geld im Monat, mit höheren Geschwindigkeiten und ohne Begrenzungen im Internet unterwegs sind und deren Betreiber nicht gerade am Hungertuch nagen. Vor allem die Übertragung dieser Idee in andere Bereiche des öffentlichen Lebens ist schmerzfrei möglich, wie zum Beispiel Monatstickets bei den Städtischen Verkehrsbetrieben. Ab der zweiten Woche darf man nur noch eine Haltestelle damit fahren, weil das Kontigent von 30 Haltestellen im Monat aufgebraucht worden ist. Für die Poweruser unter den Pendler gibt es dann das "Bus Raiding Ticket Comfort Plus", das nur 30% mehr kostet, es aber erlaubt, das Monatsticket durchgehend zu nutzen.
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