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Saturday, April 6, 2013

Art & Facts: Tanz der Fragmente (1)




Ich habe mich oft im Blog mit der Frage beschäftigt: Wo beginnt Kunst und wo hört diese auf? Vermutlich, weil ich persönlich mit einem guten Teil der modernen Kunst meine Schwierigkeiten habe. Nicht aus dem Grund, weil ich überzeugt bin, dass zur Kunst auch Handwerk gehört... viele der modernen Installationen kann auch der freundliche Nachbar vom Haus gegenüber aufbauen, ohne dass er sonderlich gefordert wird. Solang es niemand bemerkt und der "wahre" Künstler es als sein eigenes Werk ausgeben kann, werden sich genügend Menschen finden, welche die Dramatik in diesem Werk durchaus zu würdigen wissen. Meine Schwierigkeiten mit der Kunst fangen an der Stelle an, wo der Intellekt die Emotionen ablösen muss, damit ein Haufen Schrott auch Kunst wird.

Saturday, June 9, 2012

Augmented Reality: I have a bad feeling

Stell dir vor, dass du bei einem Spaziergang im Wald dich am Rande einer Lichtung niedergelassen hast. Wurstbrot in der linken, die Wasserflasche in der rechten Hand. Du genießt das Zwitschern der Vögel, die kopulierende Rehe und die spöttische Kommentare der Raben. Plötzlich trägt der Wind undeutliche Stimmen heran. Es nähert sich eine Gruppe von Menschen der Lichtung, deiner Lichtung. Wer mag da kommen? Was sind das für Leute? Ein schneller Check: Motorsägen und Gelbe Helme - Waldarbeiter. Ein Wunder dass diese aufrecht gehen können. Die Gruppe marschiert grüßend an dir vorbei. Die gleiche Szene, nur dass die Gruppe grünes Lodengewand am Leib trägt und Gewehre bei sich hat: Jäger und Förster. Stock und Rucksack? Die Wanderfreunde des örtlichen Vereins.

Die Szene ist immer die gleiche: 4 Menschen nähern sich und gehen an dir vorbei. Unser Bild der Realität jedoch, die gerade vor unserer Nase ihren wilden Tanz aufführt, kann jedoch ganz unterschiedlich ausfallen: Es wird durch unsere Erfahrung, Wissen oder der Mangel daran bestimmt. Wie sieht denn ein Waldarbeiter oder Förster aus? Ich weiß es, weil ich es in der Schule gelernt habe oder mein Vater einer war. Es ist eine Information, die ich über einen Vorgang lege und damit eine Realität in meinem Kopf erschaffe, die mal mehr oder mal weniger mit der tatsächlichen Wirklichkeit übereinstimmt. Das ist eine Gabe der Menschen, die gleichzeitig ihr größter Fluch ist: Migrationshintergrund und Hosen, deren Arsch bis zum Knie hängt? Ich greife zur Pistole oder wechsle die Strassenseite. Vorurteile sind nötig und als schnelle Freund-Feind Erkennung in unserer Genetik hinterlegt, aber tragen nur wenig dazu bei, dass die Welt eine Schönere wird. Politiker und Volksverhetzer wissen sich wohl daran zu bedienen...

Friday, June 1, 2012

Ein Ruf wie Donnerhall

Das hier habe ich ursprünglich für einen Freund nach einem längeren Gespräch geschrieben. Es passiert hin und wieder, das man mit einem anderen Menschen redet und ein bestimmtes Gefühl zu der Situation des Gegenübers hat, das man jedoch während des Gespräches nicht mit Worten ausdrücken kann. Manchmal denken die Finger besser als der Verstand. Interessanterweise war das ein relativ kurzer Text, bis zwei weiterere Freunde unabhängig voneinander mit dem gleichen Thema anrückten. So wurde es mehr und mehr.

Und so beginnt es... Das Leben vieler Menschen kommt an einem Punkt, an dem sich nichts mehr vorwärts zu bewegen scheint. Eine Unzufriedenheit nagt an unserem Selbstverständnis und Gemüt, ein Verlorensein der Seele und eine Leere im Herzen, die selbst in der Perfektion unserer Sammlung materieller und nicht materieller Güter immer öfter ihr häßliches Haupt erhebt.

Der Fuhrpark, die Briefmarkensammlung, die Ikea Einrichtung, die Karriere oder die geschnitzten Kerben im Schwanz, welche die Anzahl der erlegten Weiber aufzeigt: Schal und langweilig. Dinge, deren Wichtigkeit wir plötzlich nicht mehr nachvollziehen können. Selbst wenn die Dosis der bisherigen Garanten unserer Zufriedenheit erhöht wird, stellt man fest: Man dreht sich wie ein tollwütiger Hund im Kreis und bewegt sich nicht von der Stelle.