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Wednesday, May 13, 2015

Go man, go!


"Go man, go! Don't look back! Don't feel sorry for the things you've done"
Anonymus


Einer meiner bescheidenen Fähigkeiten ist es, Computer anderer Menschen einzurichten. Vielleicht sollte man sagen: Die Einstellungen in der unterschiedlichen Software so zu gestalten, dass es eine schmerzfreie Sache für den Anwender wird. Ein paar Kenntnisse über Browser, Windows, Office und ein paar Basics in Sachen Ubuntu. Und oft höre ich lobende Worte, wie gut ich mich mit dem Computer auskenne. Die Wahrheit ist: Ich habe keine Ahnung von Computern und habe es in langen und harten Jahren des Lernens gerade mal geschafft, dass ich eine Festplatte von einer Grafikarte unterscheiden kann. An guten Tagen finde ich den Einschaltknopf und von den schlechten Tagen erzähle ich lieber nichts.

Wie ich auf das Thema komme? Falsche Reue. In meinen jungen Jahren stand ich vor der Entscheidung mein knappes Geld in Computer oder Musikinstrumente aka Gitarre/Verstärker zu investieren. Nerd mit Brille oder strahlender Held auf den Bühnen dieser Welt. Ratet mal, für was ich mich entschieden habe: Der Weg des Dilettanten in Sachen Musik. Was zum einen ein Riesenspass war, und zum anderen den Verlust meiner Jungfräulichkeit zur Folge hatte. Hach, die Jugend! Sinnlos in ihrem Treiben und sich der Zukunft nicht bewusst!

Monday, January 26, 2015

Betet, dass Ende ist nahe! (1)

Zur aktuellen politischen Lage sage ich nichts - es sieht düster aus. Angesichts des an- und bestehenden Religionkrieges und Rückfall in das finstere Mittelalter, Zerstörung unseres eigenen Lebensraumes, lückenlose Überwachung des gemeinen Volkes und das ganze andere Kabinett an grauenhaften Tatsachen. Ich bin ein Nachrichtenjunkie, dem es keinen Spass mehr macht, Nachrichten zu sehen und zu lesen. Auch wenn wir Menschen oft falsch liegen, haben wir die Gabe, die Konsequenzen unseres Handelns einzuschätzen. Wie viele andere Bürger frage ich mich auch, was die Zukunft wohl bringen wird. Wo wird das alles hinführen? Werden wir uns - weil Putin oder Obama mal einen schlechten Tag haben - zurück in die Steinzeit bomben? Oder ruinieren wir in den nächsten 3 Jahrzehnten die Erde soweit, dass sich die Biosphäre nicht mehr erholen wird?

Das sind alles große Fragen und die daraus entstehende Unsicherheit ist das Kapital der Propheten und Scharlatane. In Zeiten der Krisen erhebt sich die unheilige Zunft und predigt das nahe Ende der Menschheit und der westlichen Zivilisation, wenn wir nicht dem "Random Bullshit" folgen, den diese gerade von sich geben. Normalerweise erkennt man diese Spezies an den roten Pappnasen, in der heutigen Zeit tarnen diese sich mit dem Namen "Experte". Der Lebensraum: Die deutsche Fernsehlandschaft oder das Rednerpult der Pegedia und AFD Nasen. 

Friday, August 22, 2014

Der Schockwellenreiter


"Es gibt zwei Arten von Narren: Der eine sagt 'Das ist alt und deshalb gut.' 
Der andere sagt 'Das ist neu und deshalb besser.'"
John Brunner


Amazon Antiquariat
Nachdem ich mit dem üblichen Rant über die Gefahren des Internets und der neuen Technik hergezogen bin, ist auch eine gewisse Nachdenklichkeit eingetreten. Die neuen Technologien werden nicht verschwinden, sondern rasant in unseren Alltag integriert werden - das steht nicht in Frage. Viel interessanter ist: Wie gehen wir damit um? Das World Wide Web zum Beispiel ist mal gerade 25 Jahre alt, steckt sprichwörtlich noch in den Kinderschuhen und ist schon jetzt nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Einer der erste Erwähnungen eines weltweiten Datennetzes und dessen soziologischen Folgen war 1975 in einem Science Fiction: "Der Schockwellenreiter" von John Brunner, eine Dystopie über eine vernetzten Gesellschaft. Einer der Hauptthemen in dem Buch war die Kontrolle über das weltweite Datennetzwerk und die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Nun, da Opas verstopfter Stuhlgang gerne auf eine unglückliche Kindheit zurückgeführt wird, ist mein Misstrauen gegenüber gewissen neuen Formen der Technik wohl das Lesen der falschen Bücher zuzuschreiben. Manche bezeichen das Buch gern auch als den Urvater des Cyberpunks, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Welt durch den Fortschritt der Technologie keine bessere geworden ist. Ein Credo, dass ich gerne und oft predige, aber eigentlich nicht das meine ist. Die nackte Wahrheit: Ich bin definitiv nicht der Narr, der meint "das ist alt und deshalb gut". Ich liebe Technik, HighTech Junk und die Erfindung des Internets, das mich vom Besuch staubiger Bibliotheken und den Axtmördern befreit hat, die sich üblicherweise dort als Personal tarnen. Auch wenn "Der Schockwellenreiter" fast 40 Jahre auf dem Buckel hat, und manche Beschreibungen unserer heutigen Gegenwart eher zu belächeln sind, kann man sich das eine oder andere in Bezug auf das Internet, Big Data und dem Internet der Dinge abgreifen.

Wednesday, August 20, 2014

Mein Kühlschrank spricht mit mir...

Ich habe letzte Woche einen Ingenieur kennengelernt, der bei einer größeren Firma am "Internet der Dinge" arbeitet, kurz: Die Vernetzung von Alltagsgegenständen, die lustig miteinander über das Internet kommunizieren. Das Gespräch war interessant, denn der gute Mann war sich auch nicht sicher, ob das eine Entwicklung ist, bei der man jubeln oder bitterlich in die Tastatur weinen soll. Der Rasierapparat bestellt automatisch neue Batterien nach, sobald ich eine Reise buche und der Kühlschrank kauft die Milch von alleine ein, sobald diese ausgeht. Das ist eine Vorstellung, die viele Menschen begeistert, denn das verschafft uns Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Rad schlagen und Zierteppiche sammeln. Schön wäre es, aber ich persönlich glaube, dass das Internet der Dinge unser Leben nicht besser oder schöner machen wird. Das Gegenteil ist der Fall und deshalb sei an dieser Stelle noch einmal genussvoll die Geschichte vom smarten Kühlschrank erwähnt, der als Teil eines Botnets von Hackern an der Versendung von ein paar hundertausend Spam-Mails im letzten Jahr beteiligt war. Das ist eine hübsche Anektdote, die aber die grundsätzliche Problematik aufzeigt: Alle derzeitigen Geräte wie Kühlschränke, Unterhaltungselektronikgeräte, Smart-TVs, Thermometer - und vieles mehr- sind manipulierbar und bis 2020 sollen angeblich an die 200 Milliarden Geräte vernetzt sein. Lassen wir einen Augenblick das Privatleben unseres Toasters als Spambot ruhen und reden wir von der unangenehmen Seite des Internets der Dinge.

Monday, March 17, 2014

There will be an app to make that all better. Some day!

Bruce Sterling hat eine sehr interessante Rede gehalten, über die ich gestolpert bin. Ich persönlich halte Ihn für ein arroganten, selbst eingenommenen Pinsel, der sich selber für zu wichtig hält…. He! Ähnlichkeiten mit meiner Person sind rein zufällig! Aber er kann schreiben und ist ein faszinierender Denker in meinen Augen. Da ist eine Weisheit in seinen Worten, die ich ihm eigentlich nicht zugestehen möchte, obwohl er ein paar meiner Lieblingsbücher in Sachen Cyberpunk geschrieben hat. In seiner Rede hat er unter anderem angemerkt, dass auf den Vorträgen und Präsentationen, die er besucht hat, kein Mensch mehr das Wort PC in den Mund genommen hat, und ein Apple Computer nur noch “Apple” genannt wird. Ein wunderbarer Vorwand, um mal wieder ein wenig über das digitale Zeitalter zu schimpfen, obwohl ich eigentlich eine Zeitlang nicht mehr darüber schreiben wollte. Es frustriert mich geradezu, zu sehen, welche Entwicklungen mit der digitalen Vernetzung unserer Welt stattfinden. Die Enthüllungen eines Edward Snowden zeigen nur die Spitze des Eisbergs, aber um in Übung zu bleiben.... Zetern in gehobener Form!

Wednesday, August 21, 2013

Das Wildschwein in mir

Dass ich relativ wenig schreibe in letzter Zeit hat seinen Grund: Wie viele Menschen schon vor mir und nach mir, plage ich mich zur Abwechslung mit ein paar persönlichen Krisen herum. Darum ist es mir nur wenig peinlich, wenn ich schon wieder über den digitalen Wahnsinn, Konzerne, Regierungen und Sammelwut einen Kommentar abgebe - "Downsizing" der Gedankenwelt und Eingrenzung des Wahrnehmungshorizont nennt man das wohl... damit läßt es sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens viel einfacher konzentrieren.

Saturday, August 17, 2013

Ein grauenhaftes Piratenplakat führt zu....

 .... Random Bullshit! Richtig, ein simples, aber grauenhaftes Wahlplakat hat wüste Assoziationen ausgelöst, während ich auf dem Fahrrad saß. In der Rezension zu "Die Vernetzung der Welt" hatte ich ja davon gesprochen, dass das Buch zwiespältige Gefühle hinterlassen hat und vieles davon beschäftigt mich noch immer. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kristallisiert sich für mich der Punkt heraus, wie die digitalen Vernetzung der Zukunft dargestellt wird: Als ein Heilsversprechen. Und wer sich darauf einläßt, dem gehört die Zukunft und seine Probleme werden gelöst. Abgesehen von der Tatsache, dass dies erst bewiesen werden muss, werden durch die Vernetzung auf der Oberfläche unserer Leben auf jeden Fall Widersprüche zu sehen sein, deren Grenzen zueinander täglich neu verhandelt werden müssen. Das öffentliche Leben gegen das private Leben, die digitale Welt gegen die analoge Welt des Fleisches.

Ich bin da nicht der Einzige, der diese Widersprüche sieht und die Antworten auf die Konsequenzen des digitalen Zeitalters sind nicht die Piraten-Partei oder sogenannte "Digital Natives". Daher eingestanden: Es fehlt mir an Willen und Glauben, dass die Kunst ein Smartphone oder einen Computer zu bedienen, ein tieferes Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge zur Folge hat. Wer das anzweifelt, kann sich den Homo Automobilus ansehen, der zwar mit dem Auto aufgewachsen ist, aber eher öfters als selten zur Vorstufe eines Volltrottels mutiert, sobald er ein Gaspedal unter seinen Füßen spürt. Für viele Menschen in Deutschland ist das Internet, Hardware in Form von PC, Tablets und Smartphones eine neue eigene Welt, dessen Sprache erst erlernt werden muss. Nur: Dass uns die Digital Natives, die durch das Wunder der späten Geburt mit der neuen Technik aufwachsen, uns alle in eine bessere Zukunft führen werden, dass halte ich für eine Mär. Das hat mit dem gemeinen Autofahrer schon nicht funktioniert und wer sich die geballte gesellschaftliche Kompetenz der Piraten-Partei gerne einmal selbst zu Gemüte führt, wird feststellen: Über die Stufe "Held vom Erdbeerfeld" kommen da die wenigsten raus. Selbst simples Schulwissen der Soziologie in Sachen Gruppenbildung scheint ein unbekanntes Land für die Buben und Mädels zu sein, anderenfalls wären diese vermutlich nicht so überrascht, was alles auf einem Parteitag schiefgehen kann. Oh ja, Gruppenbildung findet im Internet auf die gleiche Art und Weise wie in der Welt des Fleisches statt. Bildung der Führer des Charismas und der Tüchtigkeit, Zuweisung des Narren und der zahlreichen Pappnasenträger. 

Auch wenn mir der eine oder andere Leser nun vehement widerspricht: Aus diesem Grund ist das Internet nicht "about porn", Daten oder Technik. Es geht um Menschen. Es ist ein öffentlichen Versammlungsplatz, der den Menschen die Möglichkeit gibt, mit anderen Menschen zu kommunizieren: Lästern, tratschen, die Pfauenfeder spreizen, sehen und gesehen, angeben und bewundert werden. Und wer in der echten Welt mit seinen Mitmenschen Schwierigkeiten hat, dem hilft auch nicht, dass er mehr Apps auf seiner Schwanzverlängerung hat, als der Nachbar nebenan. Der Transfer von Erfahrungen von der einen in die andere Welt findet auch statt, wenn man sich diesen nicht wünscht - wie zum Beispiel die Krone des Narren, die einem vom böswilligen Volke aufgesetzt wird....

...und dann war ich ein paar Straßen weiter. Aus den Augen, aus dem Sinn - genießt die letzten Sommertage :)

Monday, July 1, 2013

Schweinskram verboten!

Meine Damen und Herren, es leuchtet Hoffnung fern am Horizont! Tante Google hat eine Offensive gegen den verbrecherischen und gottlosen Schweinskram im Internet gestartet! Blogger auf blogger.com, die sich mit dem Thema Sexualität beschäftigen und erwachsene Inhalte präsentieren, haben folgende Botschaft bekommen:

"Important Update to Adult Content Policy on Blogger
        
You are receiving this message because you are the admin of a blog hosted on Blogger which is identified to have Adult content....

Please be advised that on June 30th 2013, we will be updating our Content Policy to strictly prohibit the monetization of Adult content on Blogger.  
...if your adult blog currently has advertisements which are adult in nature, you should remove them as soon as possible as to avoid any potential Terms of Service violation and/or content removals.

Sincerely,
The Blogger Team"

Da geht doch einem das Herz auf, nicht wahr? Aber ärgerlich dazu, denn ich wollte schon ein völlig neues Konzept online stellen, das unter anderem singende Brüste beinhaltet! Mit sprechenden Geschlechtsteilen, welche die Philosopie Karl Poppers in allen Details diskutieren. Große Kunst! Isch schwör! Beim Barte meiner italienischen Großmutter! Muss man gesehen haben! Aber.... *schwerer Seufzer*... ich muss es euch - dem geneigten Leser - leider vorenthalten.

Die Frage, die ich mir heimlich stelle, ist folgende: Was hat Tante Google wohl bewegt, diesen schon lange fälligen Schritt zu machen und mit dem puritanische Banner der Gerechtigkeit die Zitadellen des virtuellen Schmutzes zu stürmen? Gibt es wohlmöglich einen Zusammenhang mit dem 10jährigen Bestehen von AdSense? Ihr wisst schon, das Werbeprogramm, bei dem ich lebenslang gesperrt bin... das hatte ich im Postfach:

"Fast-forward 10 years, and AdSense has become a core part of Google’s advertising business. The AdSense community has grown to include more than 2 million publishers, and last year alone, publishers earned more than $7 billion from AdSense."

Vielleicht waren 7 Milliarden Taler die letzten 10 Jahre doch wohl etwas zu wenig. Wird Google als uramerikanisches Unternehmen jetzt den Umsatz mit eigenen Sex-Anzeigen steigern? Niemals! Oder doch? Wir wissen es nicht, aber Verschwörungstheoretiker aufgepasst! Die Spatzen pfeifen von den Dächern, das christliche Fundamentalisten in den Staaten die Aktienmehrheit von Google erworben haben und nun das Internet aufräumen! Wahr! Echt!

Sunday, June 23, 2013

Der gläserne Bürger

Auch wenn wir es als User nicht zugeben wollen: Dass es Prism, Tempora oder andere Programme gibt, die im großen Stil Daten über die Benutzer des Internets sammeln, ist eigentlich nicht überraschend. Es ist eine Gewißheit, die wir einfach tief in unserem bewußten Denken vergraben haben. So tief, dass dieses Wissen nur am Rande des Bewußtseins für leichte Irriationen oder Unwohlsein geführt hat. Letzten Ende wissen wir genau, dass mit jedem Click, jeder E-Mail, der Benutzung von Social Media Plattformen, einem Einkauf, Nutzung von Suchmaschinen oder beim simplen Besuch von Webseiten Daten über uns gesammelt werden. Und natürlich geschieht eine Sammlung von Daten nicht ohne Grund und Ziel: Es wird ein Profil von unserem Leben, Vorlieben und Abneigungen erstellt. Und mit zunehmender Rechenleistung und Datenspeicherung kann und wird jeder Benutzer des Internets erfasst werden. Die bittere Tatsache ist: Diese Sammelwut bezüglich unserer Daten durch die großen Konzerne und Staaten wird nicht aufhören - keine gerechte Empörung, halbherzige Gesetze oder Petitionen werden dies ändern. Es ist eine unheilige Ehe, auf immer und ewig und mit dem Internet verbunden. Denn wenn die herrschende Klasse die Möglichkeit zur Kontrolle der ungewaschenen Massen (Lieblingsausdruck!) hat, wird sie diese auch nutzen. Das ist etwas, was uns die Geschichte der letzten paar tausend Jahre lehrt.

Saturday, April 27, 2013

Telekom und die Flatrate, die Zweite


Je mehr ich über die Pläne der Telekom lese, desto deutlicher werden die Visionen von einem Mob, der mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet die Telekom-Zentrale niederbrennt. Vor allem, wenn der verbale Sprachmüll der Konzerne zum Einsatz kommt, der die "signal to noise" ratio in neue Höhen treibt. Aber: Das ist natürlich keine Aufforderung zum bewaffneten Aufstand, sondern lediglich heimliche Bewunderung für die poetischen Äußerungen der Telekom:

"Wenn die Telekom besondere Netzsicherheit oder höchste Übertragungsqualität zum Beispiel für Musik oder Video biete, müsse dies auch differenziert bepreist werden"

Reinste Poesie für die Ohren und den Geldbeutel, nicht wahr? Das hat den in diesem Blog bisher noch nicht vergebenen "Bullshit Award" verdient. Auch wenn es auf den ersten Blick offensichtlich erscheint, geht es erst in zweiter Linie um mehr Profit und die Erhöhung der mageren Manager Gehälter. Das eigentliche Ziel ist die Abschaffung der Netzneutralität. Hat bisher so funktioniert: Alle Daten werden ohne Veränderung gleichberechtigt übertragen und es ist egal wer die Daten in die Welt gesetzt hat und woher diese kommen. Und was für Folgen hat das, fragen Sie sich?

Tuesday, April 23, 2013

Trilogie des digitalen Wahnsinns: Erster Beitrag überarbeitet


Ich habe endlich den zweiten Teil des Beitrages "Den Propheten Lügen strafen" zu Papier gebracht und dabei dabei den ersten Teil überarbeitet und zusammengefasst.  Obwohl ich ein paar saloppe Sprüche reisse, ist mir das Thema "Wem gehört das Internet?" eigentlich wichtig. Mir gefällt die Vorstellung, dass das Internet keinem Staat, sondern der gesamten Welt gehört, was technisch gesehen eigentlich nicht stimmt: Es gibt 13 Rootserver und auf den meisten haben die Amerikaner ihre Finger drauf. Den Kampf um die Kontrolle über das Netz bekommen die meisten User durch ein paar Artikel in den Nachrichten mit, wenn zum Beispiel China mal wieder mit Google in den Infight geht oder Pakistan Youtube für die eigene Bevölkerung wegen Häresie und Gotteslästerung sperrt. Das ist schon etwas fragwürdig im Jahre 2013 und ich persönlich bin der Überzeugung, dass das Internet ein Raum bleiben soll, der frei vom Einfluss eines Staates ist und der Zugang zu Informationen nicht durch politische oder religiöse Überzeugungen eingeschränkt wird. Nennt mich altmodisch, aber am Ende eines langen Tages kann ich dem Begriff "Freiheit" durchaus etwas abgewinnen.

In einer gewissen Art und Weise erinnert mich die heutige Situation im Internet an die Geschichte, dass es in Frankreich ganze Gebiete gab, in denen die Kirche der Bevölkerung verboten hat, Lesen und Schreiben zu lernen. Auf diese Weise konnte das gemeine Volk die Bibel nicht selber lesen und auslegen. Die Deutungshoheit und die Macht blieb so bei den "heiligen" Männern und Priestern, die je nach Bedarf die Auslegung an die gewünschte Realität anpassen konnten. Und damit kommen wir wieder zur Freiheit, zu der ich auch die selbst getroffene Entscheidung zähle, welche Informationen und welches Abbild der Realität ich zu sehen bekomme. Die Rolle der Kirche und ihrer Scheinheiligen übernehmen heute Unternehmen und ihre Statistiken, die mehr und mehr die Entscheidungen treffen, welche Informationen der User zu sehen bekommt und wie seine Teilnahme an der Welt aussieht.

Auf jeden Fall ein weites Gebiet, um Textwüsten abzuliefern. Wer noch keinen der Beiträge davon gelesen hat, empfehle ich diese Reihenfolge:

  1. Augmented Reality: I have a bad feeling: Wessen Welt sehe ich? Wer hat die Informationen zusammengestellt und vor allem wie verknüpft?
  2. On the Internet, everybody knows You're a Dog: Manipulation und Wissen
  3. Den Propheten Lügen strafen: Statistiken und andere Vorhersagen 

Viel Spass dabei!




Friday, April 19, 2013

Hype, whine and cheesy games (2)


In einem klassischem Campus-Deutsch ausgedrückt: Ein Hype entsteht aus einem sozialen und medialen Diskurs in der Gesellschaft. Was nichts anderes bedeutet, als der Klatsch&Tratsch im Büro, Schule oder der Social Media Plattform ihrer Wahl: "Hast du schon gehört/gesehen/gelesen? Das ist so fresh&cool, dass muss man..." "Ja, tolle Sache... reichst du mir bitte den Eimer in der Ecke, so dass ich mich übergeben kann?" Oups, das war jetzt nicht so freundlich, oder? Aber ich gelobe Besserung, denn jetzt geht es in die Berge: Ein Hype hat einen Gipfel und einen Höhepunkt mit dem sinnigen Namen: "Überhöhte und überzogene Erwartung".

Tuesday, April 16, 2013

(2) AdSense und warum die Götter des Internets mich abgeschossen haben

Die Verantwortung für die Umtriebe auf der eigenen Seite wird einem nicht abgenommen und nachdem das Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, will Tante Google den Beweis, dass sich dies nicht wiederholt. Es ist im Interesse des Unternehmens seine Kunden, die Werbung schalten, vor Betrug zu schützen und Unschuldige gibt es selten im Internet. Aber zumindest bekommt man eine einmalige Chance die Sperrung von AdSense rückgängig zu machen. Und das ist eine recht harte Geschichte für den durchschnittlichen User. Man muss nicht nur den Grund für die Sperrung in den Statistiken seiner Seite genau erkennen und definieren können, sondern auch die Maßnahmen beschreiben, die das in Zukunft verhindern werden.

Monday, April 15, 2013

AdSense und warum die Götter des Internets mich abgeschossen haben (1)

Das wird ein längerer Beitrag mit mindestens zwei Teilen. Was hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn geschrieben? Eines der Ziele des Blogs ist das Erlernen der "Tools of Trade" im Internet. Das dies nicht ohne Blessuren geschieht war abzusehen. Die letzten Tage habe ich eine wichtige Lektion gelernt und es ist eine unerfreuliche Geschichte. Vor allem, da ich zumindest eine Teilschuld daran trage. Kurz und einfach: Der AdSense Account, den ich angelegt habe, ist gesperrt worden. Eine Begründung dafür gab es nicht, lediglich einen Autotext in einem grauenhaften Deutsch von einem no-reply Google-Server. Liebe Tante Google: Nur die Tatsache allein, dass ich in Deutschland lebe, berechtigt dich nicht, deine Texte für Muttersprachler mit Hilfe des hauseigenen Translators zu entstellen!

All den Sarkasmus mal beiseite gelassen, habe ich mich an die Dechiffrierung des Textes gemacht und einen Link zu einem Formular entdeckt, in den man die Wiedereröffnung des Accounts beantragen kann. Aus dem Formular und dem Link konnte ich zumindest entnehmen, dass die Sperrung etwas mit "Invalid Clicks" zu tun hatte. Eine Formulierung, die ein weites Gebiet an möglichen Fehlern und Fehlverhalten beschreiben kann, wie ich später aus diversen Foren gelernt hatte. Die Sperrung wird lebenslang sein, da ich in meiner saloppen Art und Naivität den Fehler gemacht hatte, auch die Frage zu stellen, was überhaupt zu dieser Sperrung geführt hatte. Wenn euch jemals der Account gesperrt wird... stellt diese Frage nicht, niemals. Mehr dazu später.

Friday, March 29, 2013

We put our faith in Blast Hardcheese

Mr. Hardcheese and the Bullshit Bingo
Nein, kein zweiter Teil über die Tierwelt von Douglas Adams oder die wundersame Welt von Mystery Science Theater 3000. Aber ich habe mir noch einmal die Sachen durchgelesen, die ich über Plapperkäfer, Maxis, Social Media, Verführung und Kommunikation geschrieben habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich im Grunde genommen nicht über den verbockten Release von Sim City 5 oder die Falschaussage des Maxis General Manager verärgert war, sondern oft über die Art und Weise, wie offizielle Mitteilungen und Informationen von Unternehmen formuliert werden. Wer eine Vorstellung davon haben will, wie innerhalb von Unternehmen Sprache missbraucht wird, dem sei der Corporate Gibberish Generator™ empfohlen.

Ich persönlich bin überzeugt, dass offizielle Mitteilungen und Statements von Unternehmen immer problematisch sind, alleine aus dem Grund, dass ein Unternehmen ein berechtigtes Interesse daran hat, die Fakten in einer Krise so zu interpretieren, dass die "Wahrheit" für alle Betroffenen erträglich wird. Und das ist das Schwierige: Ich weiß, dass ein offizielles Statement eines Unternehmens kein Beweis oder Nachweis für eine wie auch immer geartete Wahrheit ist. Es ist eine Aussage, die unser Bild und Auffassung von dem, was geschehen ist, in eine bestimmte Richtung lenken soll. Dass heisst, ich muss letzten Endes die Entscheidung treffen, ob ich der Verlautbarung Glauben schenke: "to put or not to put my faith in Blast Hardcheese". Hmm, wenn ich es mir so recht überlege... neben Vertrauen und Misstrauen gibt es noch eine dritte Möglichkeit - eine offizielle Verlautbarung, von der jeder weiß, dass diese falsch, aber zumindest amüsant ist. Ich denke da an Said el Sahhaf, der ehemalige irakische Informationsminister: "Bagdad wir niemals von den stinkenden Amerikaner eingenommen!", während im Hintergrund der Aufzeichnung amerikanische Panzer durch die Stadt rumpeln. Legendär!

Wednesday, March 27, 2013

Social Media und der gefräßige Plapperkäfer

Es gibt Tage, an denen sollte man im Bett bleiben, sich die Decke über den Kopf ziehen und das Leben da draußen meiden: Nennen wir es die angewandte Theorie des gefräßigen Plapperkäfers von Traal. Ein von Douglas Adams beschriebenes Alien, dass denkt, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen. Mächtig dämlich, aber gefräßig. Einer der Gründe, warum man nicht ohne Handtuch aus dem Haus gehen sollte, denn Ignoranz ist eine mächtige Waffe.

Das Interessante ist, dass viele User im Internet das Mindsetting des Plapperkäfers von Traal benutzen. Trotz allen Geredes von der Intelligenz des Schwarms, neigt das einzelne Mitglied dazu dämlich und gefräßig zu sein, und schnappt hungrig nach den paar Informationshappen, die uns vor die Füße geworfen werden. Tratsch und Klatsch sind der Leim, der das Internet zusammenhält und wer unsere Gefräßigkeit gut bedient, den belohnen wir, indem wir das größere Gesamtbild ignorieren: Denn was wir nicht sehen, betrifft uns auch nicht. Oder?

Sunday, March 24, 2013

Telekom: Abschaffung der Flatrate ab Mai geplant


Ein Zitat, das gerne und oft in Blogs verwendet wird, um den drohenden Untergang des Abendlandes mit wohlfeilen Worten zu beschwören, ist von Heinrich Heine. "Warum nicht?" habe ich mir gedacht, "Ich brauche einen Einstieg in den heutigen Blog!" und so bekommen es meine Leser - falls vorhanden - auch einmal in abgeänderter Form um die Ohren geschlagen:

"Denk ich an Deutschlands Internet in der Nacht, so bin ich um meinen Schlaf gebracht!"

Voila, wir sind beim Thema, und der Darsteller unserer heutigen Episode in der Schmierenkomödie "Deutschland und das Internet" ist die Telekom. Ein ehemals staatliches Unternehmen, dass durch Privatisierung in die Weiten der freien Marktwirtschaft entlassen worden ist und nun beständig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Geldvermehrung ist.

Der neueste Plan im Portfolio des Grauens und des freien Unternehmertums ist die "Drosselung", genauer: Bei Flatrates soll die Übertragungsgeschwindigkeit gebremst werden, sobald ein bestimmtes Volumen an Datenmenge durch die Leitungen geflossen sind. Großzügigerweise soll die neue einheitliche Geschwindigkeit 384 KBit/s betragen... wer es dann schneller haben will, soll mehr zahlen. Und das alles ist ab Mai geplant, wie lieblich. Es ist ein wunderbarer Business Plan, der mit Sicherheit den Sozialneid unserer Nachbarstaaten hervorrufen wird, die jetzt schon für weniger Geld im Monat, mit höheren Geschwindigkeiten und ohne Begrenzungen im Internet unterwegs sind und deren Betreiber nicht gerade am Hungertuch nagen. Vor allem die Übertragung dieser Idee in andere Bereiche des öffentlichen Lebens ist schmerzfrei möglich, wie zum Beispiel Monatstickets bei den Städtischen Verkehrsbetrieben. Ab der zweiten Woche darf man nur noch eine Haltestelle damit fahren, weil das Kontigent von 30 Haltestellen im Monat aufgebraucht worden ist. Für die Poweruser unter den Pendler gibt es dann das "Bus Raiding Ticket Comfort Plus", das nur 30% mehr kostet, es aber erlaubt, das Monatsticket durchgehend zu nutzen.

Wednesday, March 20, 2013

Sim City 5: Der Offline Modus oder warum die Hose unter dem Knie hängt.



"I shall now tell you how awful rants are, they are the bain of humans."
The Urban Dictionary


Sim City 5 rockt meiner Meinung nach und ist ein würdiger Nachfolger der Reihe. Und es ist mir vollkommen egal, ob jetzt jeder einzelne Sim eine persönliche Lebensgeschichte verpasst bekommt und auf ewig in einer Arbeitersiedlung schmoren muss oder jeden Tag Wohn- und Arbeitsstätte wechselt. Das Spiel macht trotz der Schwächen und Bugs kurz nach dem Release Spass, man kann wunderschöne Städte bauen und das zählt unter dem Strich.
 
Unschön dagegen finde ich gewisse Tatsachen und Ereignise in der wirklichen Welt, genauer: Handhabung von Release und Kommunikation mit der Community. Machen wir uns nichts vor... offizielle Statements eines Unternehmens während eines Shitstorms sind immer der Versuch die fromme Lüge mit der Wahrheit zu verkaufen - mit einer recht freien Interpretation der Fakten und eigenen Aussagen. Ein Zyniker mag sogar behaupten, dass "das offizielle Statement" Teil eines perfiden Spieles ist, bei dem beiden Seiten bewusst ist, dass die Wahrheit höchstens zwischen den Zeilen zu finden ist oder genannt wird. Was folgt, ist ein öffentliches Ritual der Unterwerfung und Beschwichtigung, bei dem lediglich die Ausführung bewertet wird und vor allem die Kunst, sich nicht bei einem weiteren Fauxpas mit herunter gelassener Hose erwischen zu lassen.

Wednesday, August 22, 2012

Homo Smartphone

Die Nacht ist unmoralisch und die Möglichkeiten, die sich im Schutz der Dunkelheit bieten, sind ungezählt. Manches davon ist verwerflich, anderes grober Unfug und manchmal sind schauderhafte Balzrituale der Stadtbewohner zu beobachten, bei dem Fremdschämen eine ganz neue Bedeutung bekommt. Mit diesen Gedanken bewaffnet ging ich in froher Erwartung zu einer Festivität, deren Abschluss mit klassischer Musik aus turmhohen Boxen und Feuerwerk zelebriert wurde. Dazu Ansprachen über verstorbene Kulturschaffende, deren Namen Normalsterblichen nichts sagen - was will man mehr? Und siehe da: Das gemeine Volk tummelte sich schon in froher Erwartung an den Ufern der Donau. Eng umschlungen? Händchen haltend? Männliches Spontansteppen angesichts einer hübschen Frau? Nein, das war einmal. Der heutige Mensch ist die unterträgliche Verlängerung eines technischen Gerätes, dass unter den Namen Smartphone firmiert. Zur Bedienung braucht man im Regelfall zwei Hände und Konzentration, denn die rituelle Handlung der Sichtung von E-Mails, Facebook Einträge und SMS verlangt einiges ab. Das Zwischenmenschliche im realen Raum stört da eher, vor allem da das Ritual der Informations-Speisung mehrmals die Stunde durchgeführt werden muss. In der Wiederholung liegt die Kraft!

Sunday, June 17, 2012

Den Propheten Lügen strafen

Die Unvernunft des Irrsinnigen liegt nicht im Mangel an Verstand.
Gilbert Keith Chesterton

Das Internet als Raum, in dem wir uns frei bewegen und prinzipiell jede Information abrufen können, die es gibt, ist ein Ideal, dass wir als Weltgemeinschaft anstreben sollten, vermutlich aber nicht erreichen werden. Denn das Internet ist schon lange kein Raum mehr, in dem man sich frei bewegen kann. Die Gitterstäbe sind vielleicht für die meisten Benutzer unsichtbar, aber es gibt sie und es werden täglich mehr.  Es haben sich sicher schon einige den Kopf daran blutig geschlagen und vergeblich daran gerüttelt. Aufgestellt werden diese unsichtbaren Käfige durch die Regeln, die sich aus einem Bündel von Statistiken ergeben. Diese wiederum durch die Verknüpfung von Informationen, die aus den digitalen Spuren gewonnen werden, die wir im Internet hinterlassen. Es ist eine Prognose oder Voraussage unserer zukünftigen Handlungen und entscheidet über die Vergabe von Krediten, was wir für Ergebnisse in der Suchmaschine bekommen, welche Werbung uns präsentiert wird oder welche Zahlungsweise wir bei dem Online Händler unserer Wahl benützen dürfen. Statistiken sind die Propheten des Internets, die Auguren der Herrscher und das führt uns wiederum zu Gilbert Keith Chesterton, der ein kurioser Mann mit vielen Gegensätzen war.