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Thursday, November 3, 2016

Civilisation 6: Die Rezension einer Hassliebe




Die Beziehung zwischen mir und Civilisation 6 ist inzwischen von einer Hassliebe geprägt. Es ist ein klasse Spiel mit tollen Ideen und kann mit Sicherheit den besten Start der gesamten Reihe aufweisen. Interessant und mit vielen neuen Details, die es jetzt schon zu einem Klassiker machen. Die Grafik ist Geschmackssache, aber das Design ist in sich stimmig und sieht - meiner bescheidenen Meinung nach - richtig gut aus.  Aber: Für jede sinnvolle Neuerung haben die Programmierer und Designer des Spieles an einer anderen Stelle geschlampt und manche Sachen sind so offensichtlich, dass es weh tut. 

Nennen wir die Kinder beim Namen: Balance, Exploits, Bugs und eine KI mit fragwürdigen Entscheidungen. Vor allem die KI kann die eigentlich guten Spielmechaniken nicht umsetzen und hat zum Zeitpunkt des Release die Spielintelligenz von geschnittenem Brot. Für einen Spieler, der neu in diesem Genre ist, mag es im ersten Blick nicht auffallen, aber Fireaxis hat sich hier einige grobe Schnitzer geleistet.

In den Schwierigkeitsgraden bis "Emperor" stellt die KI kriegstechnisch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für einen einigermaßen erfahrenen Spieler dar. Das liegt an zwei Tatsachen: Zum ersten fallen einem die gegnerischen Städte bis Runde 120 mit ein paar Bogenschützen und einer oder zwei Nahkampfeinheiten zu Füßen. Eigentlich eine gute Idee, dass Städte nicht mehr das Bollwerk aus früheren Teilen sind, die mit einem einzelnen Bogenschützen und einer weiteren Einheit ganze Heerscharen von Gegnern aufhalten konnte. Man muss und sollte Truppen bauen, wenn man sein Hab und Gut schützen will. Schlecht ist allerdings, dass die KI nur wenig bis gar keine Bogenschützen baut und hauptsächlich Krieger spammt, die Opfer für ein paar Bogeneinheiten sind, sprich: Die Städte sind wehrlos und mit einem Gegner in der Nähe macht es keinen Sinn Siedler zu bauen. Man baut ein paar Truppen und nimmt die Städte sehr schmerzfrei ein. Cheesy aber sehr effektiv. 

Multiplayer: 3 Friends - Move now!


Nun, man kann sich auch beherrschen und kann der KI auf dem weiten Feld der Wissenschaft entgegentreten, oder? Einer der Neuerungen sind die "Eureka Momente", mit denen eine Forschung beschleunigt werden kann. Man baut eine Stadt am Meer und bekommt dafür einen Boost, der die Forschung von "Segeln" beschleunigt. Klasse Sache! Liebe ich, da es die Forschung relativ dynamisch gestaltet. Die KI jedoch kann damit nicht umgehen, sie "begreift" das Konzept nicht. Das führt dazu, dass man mit genügend Produktion keinen einzigen Campus, Bibliothek oder Universität bauen muss und trotzdem der Führende in der Forschung sein kann. Aber auf "Unsterblich" und "Gottheit" ist es doch anders, oder?

Es ist anders, aber anders als man denkt. Inzwischen stehe ich der Idee skeptisch gegenüber, dass die Unzulänglichkeiten der KI auf höheren Schwierigkeitsgraden mit Boni auf Produktion und Wissenschaft ausgeglichen werden. Das war für CivI bis CivIV eine gute Methode, um menschlichen Spielern das Leben schwer zu machen, aber mit der Auflösung der "Stack of Dooms" und der Einführung von "Nur-eine-Einheit-pro-Feld" halte ich es für kontraproduktiv, solange die KI nicht ausgeglichene Armeen baut und mit einer Einheit pro Feld umgehen kann. Ob 10 oder 20 Krieger vor meiner Stadt stehen ist mir relativ egal: Es können nur eine bestimmte Anzahl angreifen, der Rest steht in der Pampa und langweilt sich. 

Die Produktionsboni sind auf den höchsten Schwierigkeitsstufen ziemlich mächtig, aber machen den Gegner nur bedingt schwerer und es führt in jedem Fall zu Albernheiten auf dem Spielfeld. Ich erinnere mich mit Grausen an den Religionskrieg zweier Nachbarn, der um meine Städte mit 6 - 8 Aposteln auf jeder Seite + unzählige Missionaren ausgeführt wurde: Es war nicht mehr möglich, meine Truppen im eigenen Gebiet von Punkt A nach Punkt B zu bewegen. Diese und ähnliche Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich "Unsterblich" meide, wie der Teufel das Weihwasser.

Mehr Intelligenz bei der KI würde dem Spiel gut tun, denn selbst so einfache Sachen wie die Truppen auf den neuesten Stand bringen, beherrscht diese nicht. Der Klassiker: Das letzte Mal wollte der Sumerer mich anwanzen, nur gut dass ich Infantrie hatte und er mit Schwertträgern, Pferdekarren und Katapulten - unzählig übrigens - um die Ecke kam. Da er nur 20 Punkte in Technologie unter mir war, kann das nicht am mangelnden Wissen gelegen haben. Sobald diese "Armee" untergegangen war, hatte er sich dann herabgelassen und ein paar etwas modernere Einheiten produziert. Da dies nicht nur in einem Spiel vorgekommen ist, sondern durchgehend so ist, stelle ich einfach einmal die offensichtliche Frage: "Wie konnte man das beim Testen dauerhaft übersehen?". 

Eine Frage, die man sich übrigens auch bei den Exploits und Bugs stellen muss. Manche sind beinahe so alt, wie die Civilisation Reihe - zum Beispiel der Missbrauch des Wissenschafts- und Produktions Overflow. Unlimitiertes Gold durch An- und Verkauf von Truppen? Bestimmte Eigenschaften von Staatsoberhäuptern und Technologien aus dem Kulturforschungsbaum? Scythia, die "Chivalry" Policy und der Verkauf von Truppen: "Kein Kommentar". Abholzen von Bäume, Dschungel und keine Abzüge, wenn man dies ausserhalb der Stadt macht? Alles vorhanden und vieles mehr. Da manche der - nennen wir es nicht Feature - Bugs sehr offensichtlich sind, ist das ärgerlich. In einem Single Player Game kann man die zahlreichen Exploits unter Aufbietung aller Willenskraft ignorieren und wie man gewinnt, bleibt einem selbst überlassen. Für diejenigen Spieler, die sich gerne im Multiplayer messen, ist es aber die Pest.




Die Spielmechaniken sind solide und gut, das Spiel sieht klasse aus und es gibt viele tolle Neuerungen. Der Aufbau einer Zivilisation hat selten soviel Spaß gemacht, die Spielmechanik mit den Stadtbezirken rockt. Aber der Gesamteindruck wird nicht nur durch neue Exploits und ein paar wirklich derbe Bugs getrübt, sondern auch durch eine stellenweise erschreckend schwache KI. Die fehlende Balance kann mit Sicherheit durch ein paar Patches korrigiert werden und die meisten Spieler können bedenkenlos zugreifen - man bekommt ein gutes Spiel, das lange Spaß macht. Aber für einen alten Strategiefuchs, der die Serie seit Jahren spielt? Nur bedingt zu empfehlen und nur dann, wenn man die Erwartungshaltung etwas nach unten schraubt.


Wednesday, June 1, 2016

Stellaris: Style over Substance


Ist Stellaris ein gutes Spiel? Noch nicht, aber es ist auf einem guten Weg dorthin. Es existieren die klassischen Kinderkrankheiten eines neuen Spieles, die sich jedoch mit ein paar Verbesserungen kurieren lassen. Balance Probleme, fehlende Features, das User Interface hat seine Tücken. Paradox ist auf jeden Fall ein Spielentwickler, der sich um seine Produkte kümmert und viele Patches, als auch DLCs, über Jahre hinweg veröffentlicht. Stellaris hat auf jeden Fall ein paar sehr gute Ansätze und ich glaube, dass es sich zu einem Klassiker in Sachen Weltraumstrategie entwickeln kann. Der erste größere Patch "Clark" ist inzwischen in der Testphase und hat einiges vom Feedback der Spieler integriert, wie zum Beispiel das verbesserte User Interface, das mit zunehmender Anzahl an eroberten und besiedelten Planeten bisher ein paar unschöne Eigenheiten gezeigt hat.

Da ich eher einen besseren Tag in dieser Woche habe, gibt es daher ein paar persönliche Eindrücke und Meinungen zu Stellaris, die wie immer keiner höheren objektiven Wahrheit folgen. Ich persönlich mag das generelle Design und die Grafik des Spieles, die für ein trockenes Strategiespiel prächtig ist. Die Erstellung der eigenen Rasse mit Regierungsformen und Eigenheiten ist klasse, die Explorations- und Aufbauphase großartig, die Musik kann man sich anhören, aber ab dem sogenannten "Midgame" verliert Stellaris für mich doch sehr an Charme. Um das zu erklären, muss ich ein wenig weiter ausholen. 

Saturday, August 15, 2015

Dark Matter (SF 2015): Ächz, Stöhn, Cheese

"Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!"
Dante Alighieri

https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51X-zAx3oJL._SL250_.jpg
Hupfdohlen in billigen Kulissen
Von den großen Dichtern wird berichtet, dass es ihnen schwergefallen ist, einem Schauspiel mit Worten gerecht zu werden. Bei "Dark Matter" stellt sich diese Schwierigkeit nicht, denn es ist ein Machwerk, dass es sich nicht anzusehen lohnt. Natürlich ist das meine komplett subjektive Sicht, die keinen Anspruch auf eine objektive Wahrheit erhebt. Aber ich empfehle Fans von dieser Serie, sich an dieser Stelle von der Rezension abzuwenden und anderen Dingen zu widmen. An die interessierten Leser, die noch bleiben: Meiner persönlichen Meinung nach wurde wieder einmal ein Budget für eine Science Fiction Serie sinnlos verbraten und das ärgert mich so, dass ich wieder die Tasten für einen Beitrag bemühe. Nun - gibt es die kleine Chance auf Kultstatus, weil die Serie so schlecht ist, dass es schon wieder gut ist?

Das trifft auf "Dark Matter" leider auch nicht zu, denn die Serie ist nach 8 Folgen einfach nur schlecht. Drittklassige Schauspieler der Kreisliga Süd geben hölzern Sätze von sich, die CGI ist mau und die Geschichten schon tausendmal erzählt. Ich weiß nicht wer das Script gelesen hat und sein OK für die Umsetzung gegeben hat, aber vermutlich war die Hoffnung die Mutter des Projektes. Die Schreiber sind gestandene Veteranen des gehobenen SF Cheese und haben schon in Stargate SG-1 ihr Unwesen getrieben - und vermutlich dort ihr kreatives Pulver verschossen. Zumindest wäre die Ausgangslage wirklich eine gute Basis für viele Geschichten: In einem Raumschiff, dessen Ladung aus Waffen besteht, wachen sechs Menschen auf, die sich weder an ihre Namen oder ihre Vergangenheit erinnern können. Lediglich die Reste einer Datei in einer der gelöschten Datenbanken des Schiffes gibt ein paar Details aus deren Vergangenheit preis: Es sind alles gesuchte Lumpen, Brandstifter, Gauner, Verbrecher und Mörder.

Monday, April 6, 2015

Jupiter Ascending: Visuell top, die Geschichte ein Flop

Goldene Himbeere!
Das war ein Film, auf den ich mich gefreut habe, denn die Wachowski Geschwister haben ein Händchen für abgefahrene Settings und Universen. Vor allem haben beide eine stark ausgeprägte Vorstellungskraft und das kommt auch in "Jupiter Ascending" zu tragen. Es ist ein spektakulärer Film mit einigen beeindruckenden Special Effects, guten Kostümen und Kämpfen, die bunt, explosiv und kurzweilig sind. Persönlich denke ich jedoch, dass das Geschwisterpaar ebenso grandios scheitert, innerhalb ihrer fantastischen Welt auch eine interessante Geschichte zu erzählen.

Die Story selber besteht hauptsächlich aus einer mauen Liebesgeschichte und einer Abfolge von Variationen des Themas "Rettet die Jungfrau in Not". Gut aufgezogen kann das funktionieren, aber hart gesagt sind Channing Tatum und Mila Kunis eine Fehlbesetzung. Man kann beide als Metapher für den ganzen Film sehen: Beide sehen verdammt gut aus, aber Charakter, Tiefe und Persönlichkeit sind nicht vorhanden. Vor allem reicht die Chemie zwischen beiden Schauspielern nicht aus, um eine authentische Liebesgeschichte zum Laufen zu bringen. Damit fällt einer der Säulen, die den Film in Sachen erzählter Geschichte hätte retten können. Nicht unschuldig an der Demontage ist das Drehbuch, welches Dialoge liefert, die - milde gesagt - einer Überarbeitung würdig gewesen wären:

Caine Wise: Your Majesty, I have more in common with a dog than I have with you.
Jupiter Jones: I love dogs, I've always loved dogs.

Da hat mehr als ein Kinobesucher betreten in seine Tüte mit Popcorn gesehen... und das war noch einer der besseren Dialoge. Vielleicht wären diese Szenen mit einer Portion Selbstironie witziger gewesen, aber dazu war der Film letzten Endes mit seiner Kapitalismuskritik doch zu sehr bemüht. Wie auch immer: Bei einem 175 Millionen Dollar Budget erwarte ich eigentlich, dass die Schreiber bessere Dialoge aufs Papier bekommen.

Sunday, December 14, 2014

Rezension: The Librarians (2014)



Mein Herz schlägt für das Phantastische, sei es Filme, Bücher, Comics oder Hörspiele. Und solange ich dabei unterhalten werde, bin ich auch bereit, Kröten in Sachen Glaubwürdigkeit zu schlucken. Eine genau durchdachte Handlung? Ein Plot? Sehr gute Schauspieler? Sind mit Sicherheit ein Plus, aber nicht nötig, solange man mit einem gewissen Einfallsreichtum und Kreativität eine Geschichte erzählt. Und genau daran mangelt es bei einer TV-Serie, deren ersten Folgen gerade angelaufen ist: "The Librarians". Meine Hoffnung war groß, dass sich hier eine TV-Serie findet, die mich über die Dunkelheit der Wintermonate bringt. Angekündigt war eine Mischung zwischen Indiana Jones und Warehouse 13, sprich: Gefährliche Artefakte, alte Mythen und Legenden, Kämpfe und Exkursionen in exotische Länder. Schöne Frauen mit trügerischen Herzen, schwer bewaffnete Bibliothekare und geheimnisvolle Kämpfer, kurz: Das ganze B-Movie Programm mit cheesy Plots und Explotations.

Thursday, November 13, 2014

Beyond Earth



Mein erster subjektiver Eindruck: Sid Meier's Civilization Beyond Earth [PC] hat das Potential ein großartiges Spiel zu sein, aber bis dahin werden es wohl noch ein oder zwei Erweiterungen werden. Das Setting stimmt, Grafik und Design ist schick und die Entwickler haben sich einige Mühe mit den Hintergründen der Fraktionen gemacht. Das UI ist tauglich, hat aber Schwächen bei einigen elementaren Spielmechaniken, wie zum Beispiel die Zuweisung von Handelsrouten ab einer gewissen Anzahl von Städten.  Mir persönlich gefallen vor allem ein paar Neuerungen, die es von den bisherigen Civilisation Titeln abhebt: Zum Beispiel Quests, die an gebaute Gebäude gekoppelt sind und der neue Forschungsbaum, der mehr Freiheiten zuläßt, als das lineare Design seiner Vorgänger. Klasse Sache! Einer der Veränderungen, die einiges an Potential mit zukünftigen Patches hat, findet man am Anfang des Spieles. Man wählt nicht mehr nur den einen "Maximo Leader" aus, sondern baut sich Schritt für Schritt seine Wunschfraktion zusammen und schickt diese dann in Richtung des neu entdeckten Planeten. Um meinen gesamten Eindruck zusammenzufassen: Beyond Earth macht vieles richtig und wenig falsch. Leider sind die wenigen falschen Entscheidungen in Sachen Spieldesign schwerwiegender, als es die ersten 100 Runden des Spieles erahnen lassen....

Friday, August 22, 2014

Der Schockwellenreiter


"Es gibt zwei Arten von Narren: Der eine sagt 'Das ist alt und deshalb gut.' 
Der andere sagt 'Das ist neu und deshalb besser.'"
John Brunner


Amazon Antiquariat
Nachdem ich mit dem üblichen Rant über die Gefahren des Internets und der neuen Technik hergezogen bin, ist auch eine gewisse Nachdenklichkeit eingetreten. Die neuen Technologien werden nicht verschwinden, sondern rasant in unseren Alltag integriert werden - das steht nicht in Frage. Viel interessanter ist: Wie gehen wir damit um? Das World Wide Web zum Beispiel ist mal gerade 25 Jahre alt, steckt sprichwörtlich noch in den Kinderschuhen und ist schon jetzt nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Einer der erste Erwähnungen eines weltweiten Datennetzes und dessen soziologischen Folgen war 1975 in einem Science Fiction: "Der Schockwellenreiter" von John Brunner, eine Dystopie über eine vernetzten Gesellschaft. Einer der Hauptthemen in dem Buch war die Kontrolle über das weltweite Datennetzwerk und die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Nun, da Opas verstopfter Stuhlgang gerne auf eine unglückliche Kindheit zurückgeführt wird, ist mein Misstrauen gegenüber gewissen neuen Formen der Technik wohl das Lesen der falschen Bücher zuzuschreiben. Manche bezeichen das Buch gern auch als den Urvater des Cyberpunks, der sich vor allem dadurch auszeichnet, dass die Welt durch den Fortschritt der Technologie keine bessere geworden ist. Ein Credo, dass ich gerne und oft predige, aber eigentlich nicht das meine ist. Die nackte Wahrheit: Ich bin definitiv nicht der Narr, der meint "das ist alt und deshalb gut". Ich liebe Technik, HighTech Junk und die Erfindung des Internets, das mich vom Besuch staubiger Bibliotheken und den Axtmördern befreit hat, die sich üblicherweise dort als Personal tarnen. Auch wenn "Der Schockwellenreiter" fast 40 Jahre auf dem Buckel hat, und manche Beschreibungen unserer heutigen Gegenwart eher zu belächeln sind, kann man sich das eine oder andere in Bezug auf das Internet, Big Data und dem Internet der Dinge abgreifen.

Tuesday, August 27, 2013

A Zombie named Denise

Von Charles Dickens wird überliefert, dass Fröhlichkeit und Zufriedenheit das Geheimnis der Schönheit sind und - aufgepasst meine Herren und Damen! - beides jugendliches Aussehen konserviert. Das volle Haar gewinnt man jedoch mit innerer Zufriedenheit nicht zurück, dass habe ich aus langen Phasen von Versuch und Irrtum gelernt. Aber wie kommt man nur auf solch ein Thema? Midlife Crisis? Der Bauchumfang größer als der Spiegel? Neue Falten, dort wo keine sein sollten? Falsche Spur. Der Anlass ist banal: Ich hatte mir aus Gründen des Zeitvertreibes ein paar Folgen einer neuen Serie aus den Staaten angesehen, wobei ich noch nicht weiß, ob diese mir gefällt. High School, Menschen unter 20 Jahren mit Problemen, die einen schon lange selbst nicht mehr betreffen - eine schmerzfreie Sache also. Der Herr des Fernsehwesens möge mich mit anspruchsvollen Zeug die nächste Zeit verschonen bitte! Getreu den Prinzipien des lauteren Kulturbolschewismus folgend, bewaffnete ich mich mit einer Tüte Chips und grünem Tee aus einem Plastikbecher und harrte der Dinge, mit denen sich das amerikanische Jungvolk herumplagen muss. Und siehe da: Eine gewisse Chemie zwischen den Darstellern ist nicht zu leugnen, das Drehbuch ist ok und ich bin nicht überfordert. Dann jedoch kam der Auftritt der Mutter unseres jugendlichen Helden...

Tuesday, July 30, 2013

Die Vernetzung der Welt


Obwohl ich hin- und hergerissen bin und das Buch sehr zwiespältige Gefühle bei mir hinterlassen hat, spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Ich glaube, dass man Die Vernetzung der Welt gelesen haben sollte, da es voller Wissen und interessanter Geschichten steckt und weil wir alle an der Zukunft interessiert sein sollten: Eines Tages werden wir schließlich darin leben.

Es ist auf jeden Fall eine schöne Abwechslung, einmal ein Buch in der Hand zu haben, dem man anmerkt, dass es von Menschen geschrieben worden ist, die sich professionell mit dem Internet und dessen Möglichkeiten beschäftigen. Auf der anderen Seite habe ich mir mehr von den zwei Autoren erwartet, die maßgeblich an der Entwicklung unserer digitalen Zukunft beteiligt sind. Auch wenn es im ersten Augenblick wie ein Widerspruch klingt: Die größte Schwäche des Buches ist die Anhäufung von Argumenten für und gegen die Möglichkeiten, die das Internet bietet.

Sunday, July 14, 2013

Civilisation V: Brave New World

Weltherrschaft! Religiöser Wahnsinn! Handel, Touristen und Moneten! Kurz: Brave New World (Add-On), die nächste Erweiterung für Civilisation V, ist herausgekommen. Gut gelungen, viele sinnige Veränderungen und es macht eine Höllenlaune zu spielen. Diese Erweiterung, meine Damen und Herren Gesangsverein, ist grandios und hat für mich den gleichen Stellenwert wie damals "Beyond the Sword" aus dem vierten Teil. Und ich weiß: Typische Nerd-Schwärmerei am ersten Wochenende. Vermutlich werde ich bittere Tränen in meine Tastatur weinen, gleich nächste Woche.

Tuesday, July 9, 2013

Netrunner: Nachrichten aus der digitalen Unterwelt

In den letzten Wochen war ich nicht nur schwer beschäftigt mit den harschen Anforderungen unserer analogen Welt, sondern auch mit Datendiebstahl und dem Einbruch in gut geschützter Computersysteme.

An die Pappnasen Fraktion NSA: Selbstverständlich spreche ich hier über ein Kartenspiel. Datendiebstahl in der wirklichen Welt würde Kenntnisse voraussetzen, die ich niemals erworben habe. Hört ihr? Ich bin ein DAU (Dümmster Anzunehmender User)! 

Das genannte Spiel ist Android Netrunner: The Card Game und wahrlich ich sage euch: Geiles Game. Die erste Version kam vor etwa 15 Jahren als normales Trading Card Game auf den Markt und das Design war für die damalige Zeit klasse, finster und stimmig: Cyberpunk von der feinsten Sorte. Am ehesten kann man das Setting als eine Mischung zwischen Bladerunner und Neuromancer beschreiben. Riesige Konzerne bestimmen das Leben auf der Erde und das Internet hat sich zu einem gigantischen Netzwerk entwickelt, dass auch die Kolonien im Sonnensystem umfasst. Es ist der Spielplatz für Hacker und Runner, Kriminelle und digitale Wüstlinge, die versuchen ihren Anteil an Credits für das tägliche Überleben abzustauben.

Saturday, June 22, 2013

Defiance

Ich hatte mal wieder die Gelegenheit in die unendlichen Weiten der Fernsehunterhaltung abzutauchen, genauer: Defiance, eine Fernsehserie zu einem MMO-Shooter. Ein paar nette CGI Effekte und Kostüme. Und obwohl die Serie an manchen Stellen durchaus Charme aufweist, die Action Szenen passabel sind, vermiesen uninspirierte Lohnschreiberei, langweilige Charaktere und vorhersehbare Stories die Serie.

Die Grundidee hinter dem Spiel und der Serie ist es, dass beide eine Synergie eingehen: Das Spiel beeinflusst die Handlung in der Serie und die Serie die virtuelle Welt. Das Setting: Eine gescheiterte "Invasion" unseres Heimatplaneten. Die Aliens sind gestrandet und müssen sich mit der überlebenden Menschheit auf einem durch Krieg und Terra Forming verwüsteten Planeten arrangieren, dessen geänderte Biosphäre ein paar neue und gemeine Lebensformen hervorgebracht hat. Und Defiance - das ehemalige St. Louis - ist die Stadt, in der diese Geschichte erzählt wird. Vor diesem Hintergrund müssten sich doch ein paar spannende oder zumindest unterhaltsame Geschichten machen lassen, jedoch: Anstelle Mindfood für den Science Fiction Nerd gibt es aufgewärmte, altbackene Hausmannskost.

Thursday, April 11, 2013

Rezension: Das Spiel der Götter, Band 1

Das "Spiel der Götter" von Steven Erikson ist mit Sicherheit keine Fantasy Serie, die sich einem einfach erschließt. Die Geschichte ist komplex und am Anfang verwirrend, denn: Man wird ohne Vorkenntnisse einfach in diese Welt hineingeworfen und muss diese kennenlernen. Man ist ein Gestrandeter in einem fremden Land mit einer nicht bekannten Vorgeschichte und irrt herum. Staunend, verwundert, manchmal verzweifelt, denn Steven Erikson kennt im ersten Band keine Gnade. Es werden mehr und mehr Charaktere eingeführt, oft Schauplätze gewechselt und es gibt keine gute oder böse Seite. Nur ein dunkles Grau, denn die ersten Bände beschreiben die Invasion des Malazanischen Imperiums und alle Beteiligten schenken sich nichts. Es herrscht Krieg mit all den Grausamkeiten und Gewalt, die dieser bringt. Man kann das als Warnung betrachten, denn obwohl die Gewalt in den Büchern nie verherrlicht wird, beschreibt sie Erikson doch mit sehr deutlichen Worten. Es ist eine gewaltätige und brutale Welt, aber auch voller Schönheit, Wunder und Liebe.