Sonntag Abend, der Montag droht mit Fremdbestimmung in Form von Arbeit. Zeit also für ein paar Phrasen und mit zitternder Stimme wider des "pösen" Kapitalismus zu wettern. Denn dieser goldene Apfel ist in seinem Inneren faul, dass sage ich euch. Frei nach Chesterton: "Das Problem mit dem Kapitalismus ist, dass es zu wenige Kapitalisten gibt", sprich: Menschen die am Reichtum unserer Gesellschaft teil haben.
Wie ich darauf komme? Unter anderem ein Bericht, der besagt, das Praktikanten in Brüssel für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung gestreikt haben. Nach 17 Jahren Schule und Universität, mehrere Fremdsprachen, Auslandsaufenthalten und andere Kleinigkeiten, fristen gut ausgebildete Menschen Ihr Dasein mit EUR 500 - EUR 700 im Monat - nennt es eine unglückliche Kombination von befristeten Arbeitsverträgen und dem Prinzip Hoffnung. Das ist bitter und im übrigen nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal von Brüssel: Andere Städte, gleiche Unsitten. Es gibt genügend Freunde und Bekannte, die das lustige "Praktikanten-Karussell" mit der Mohrrübe "Festanstellung" mitgemacht haben.
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Sunday, July 21, 2013
Monday, March 18, 2013
Wednesday, June 13, 2012
Die drei Steine (1)
"Ein Paar Schuhe sind ein geringer Preis für dieses Erlebnis"
Als nach einem langen Winter der Frühling endlich kam, trat der alte Mann vor sein Haus und blickte prüfend in den Himmel. Die Sonne zerschmolz den Schnee, die Bäume bekamen grüne Blätter und er wußte, dass die Zeit für eine lange Reise gekommen war. Und so begab es sich, dass er sein Bündel schnürte, ein letztes Mal den Hof fegte und ihn eine große Traurigkeit überkam, die er sich nicht erklären konnte. Kojote sah dies und da er den alten Mann in sein Herz geschlossen hatte, beschloss er seinem Freund ein Geschenk zu machen, um ihm diese Traurigkeit zu nehmen. Da er wußte, dass der alte Mann bescheiden war und nicht ohne weiteres ein Geschenk annehmen würde, sann er auf eine List. Und so schlich er sich heimlich in das Haus und stahl die Erinnerungen des Mannes, die sich unter dem Bett, in den Büchern oder in der Feuerstelle versteckten und fing vergessene Träume, die unbeachtet vom alten Mann über dem Bett in der Luft spielten. Dies alles steckte Kojote in seinen Medizinbeutel und schlug damit auf den Tisch, so dass der Boden zitterte. Als er den Beutel öffnete kam ein Stein heraus, den er in 3 Teile zerbrach. "Nun, mein alter Freund" sprach er, "das wird dir helfen..." und warf die drei Steine mit großer Kraft in das weite Land hinaus.
Monday, June 11, 2012
Die Bösen Genies für eine bessere Zukunft (2)
Und weiter geht die wilde Jagd nach unhaltbaren Theorien und fragwürdigen Spekulationen. Nur eines vorne weg: Der Text ist seltsam und für Leser mit einem sonnigen und schlichtem Gemüt vermutlich ungeeignet.
Faust ist kein Mitglied der Bösen Genies für eine bessere Zukunft, er ist Mittel zum Zweck: Ein Objekt, dass zur Erhöhung des sozialen Prestiges von Mephisto benutzt wird. Und die Bösen Genies? Was ist, wenn deren Grad der Boshaftigkeit lediglich darüber definiert wird, eine autonom gebildeten Meinung über die Natur der Dinge, über Kultur und Gesellschaft zu haben? Nein, bestimmt nicht. In Wirklichkeit ist es ein Künstlerpack, dass sich eitel vor dem Spiegel dreht. Brüder im Geiste von Mephisto.
Betrachten wir den Schurken einmal als Künstler, sein Verbrechen als Kunstwerk und die "guten" Superhelden als Kritiker an diesem Kunstwerk, dann werden gewisse Mechanismen im Kampf zwischen Gut und Böse wesentlich klarer. Der Künstler ist voller Leidenschaft und steht vor dem Problem wahrgenommen zu werden, das Interesse an seiner Kunst zu wecken. Nicht ohne Grund hält der Bösewicht stundenlange Reden vor dem - üblicherweise - gefesselten Protagonisten. Er hat die trügerische Hoffnung, das Einsicht in den tumben und unsensiblen Helden einkehrt, das Respekt und Anerkennung für sein Werk wächst. Trügerisch in der Tat, vertritt der Held doch die Zensur in Form der Straftatvereitelung.
Faust ist kein Mitglied der Bösen Genies für eine bessere Zukunft, er ist Mittel zum Zweck: Ein Objekt, dass zur Erhöhung des sozialen Prestiges von Mephisto benutzt wird. Und die Bösen Genies? Was ist, wenn deren Grad der Boshaftigkeit lediglich darüber definiert wird, eine autonom gebildeten Meinung über die Natur der Dinge, über Kultur und Gesellschaft zu haben? Nein, bestimmt nicht. In Wirklichkeit ist es ein Künstlerpack, dass sich eitel vor dem Spiegel dreht. Brüder im Geiste von Mephisto.
Betrachten wir den Schurken einmal als Künstler, sein Verbrechen als Kunstwerk und die "guten" Superhelden als Kritiker an diesem Kunstwerk, dann werden gewisse Mechanismen im Kampf zwischen Gut und Böse wesentlich klarer. Der Künstler ist voller Leidenschaft und steht vor dem Problem wahrgenommen zu werden, das Interesse an seiner Kunst zu wecken. Nicht ohne Grund hält der Bösewicht stundenlange Reden vor dem - üblicherweise - gefesselten Protagonisten. Er hat die trügerische Hoffnung, das Einsicht in den tumben und unsensiblen Helden einkehrt, das Respekt und Anerkennung für sein Werk wächst. Trügerisch in der Tat, vertritt der Held doch die Zensur in Form der Straftatvereitelung.
Saturday, June 2, 2012
Eitelkeit oder Unsterblichkeit?
Wochenende! Zeit, das zarte Pflänzchen "Blog" zu hegen und zu pflegen. Mit den Einstellungen und dem Vorlagen-Editor zu spielen, vertraut zu werden mit der Technik. Dabei liest man natürlich noch einmal das Geschriebene und wundert sich zuweilen, genauer: Die Gründe, warum man so etwas macht. Vielleicht sollte man dem noch einmal genauer nachgehen. Die ganze Geschichte ist ja ein kulturelles Phänomen, dass sich in der Gesellschaft festgesetzt hat und längst nicht mehr nur die Eitelkeit und Selbstdarstellung Einzelner bedient. Kultur und Gesellschaft, so so. Da gibt es ja viele Definitionen und kluge Worte dazu. Fangen wir mal mit einer an und sehen einmal wohin uns das als Blogger bringt.
Kultur in einer pluralistischen Gesellschaft ist eigentlich ein Spiel, in dem es um die Erhaltung und Erhöhung von Ansehen geht, um Meinungsmacht oder dass man die größeren Kartoffeln hat. Einfach ausgedrückt: Das Anhäufen von symbolischen Kapital hält nachts das Bett warm und erhöht die Chancen auf dem Heiratsmarkt. Ich persönlich kenne genügend Menschen, die mit der Musik oder der Kunst genau aus diesen Gründen angefangen haben: "Ich bin Künstler, meine kleine Kirschblüte..." und das hat durchaus Auswirkungen auf den Erfolg von Balzritualen in gewissen Kreisen. Geht es also nur um das eine, das Unaussprechliche?
Kultur in einer pluralistischen Gesellschaft ist eigentlich ein Spiel, in dem es um die Erhaltung und Erhöhung von Ansehen geht, um Meinungsmacht oder dass man die größeren Kartoffeln hat. Einfach ausgedrückt: Das Anhäufen von symbolischen Kapital hält nachts das Bett warm und erhöht die Chancen auf dem Heiratsmarkt. Ich persönlich kenne genügend Menschen, die mit der Musik oder der Kunst genau aus diesen Gründen angefangen haben: "Ich bin Künstler, meine kleine Kirschblüte..." und das hat durchaus Auswirkungen auf den Erfolg von Balzritualen in gewissen Kreisen. Geht es also nur um das eine, das Unaussprechliche?
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