Flat Earth Society presents: Information & Control
Auf Wired findet sich ein Artikel, in dem beschrieben wird, wie ein Restaurant in Washington in die Pleite getrieben worden ist und zwar mit Hilfe von Google Places. Der Besitzer war ein älterer Herr über die 70 Jahre und hat sich den Luxus geleistet, Erfindungen wie das Internet komplett zu ignorieren. Böse Buben und Mädels haben in Google Places einfach die Öffnungszeiten geändert, was nicht die schlechteste Idee ist, um einen Noob in die Pleite zu treiben. Erst als jemand den alten Knaben angerufen hatte und ihn gefragt hatte: "Warum hast du eigentlich Samstags, Sonntags und Montags zu?" wurde klar, warum seit längerer Zeit keiner mehr an Wochenenden in diesem Lokal etwas essen wollte. Was für eine wundervolle Geschichte, mit der man hausieren gehen kann, warum dieses Schicksal unausweichlich für einen Menschen ist, der vor 1980 geboren wurde. Die Zukunft gehört der jungen Generation, die sich das Smartphone in den nächsten Jahren zusammen mit einer Analsonde implantieren lassen, die Stromstöße verteilt, wenn man nicht Vegan genug lebt! Natürlich zählt der Bericht all die Fehler auf, warum dieser Restaurantbesitzer ein Narr war und warum Ignoranz vor der Realität nur bis zu einem gewissen Grad schützt. Im Grunde genommen, ist der Bericht eine einfache und simple Parabel des Informationszeitalters, welche das Ego der Wired Leser schmeichelt: "Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, mir passiert das nicht!". Ach ja? Wenn das mal keine Illusion ist, oh mächtiger digital Native. Denn das Interessante an der Geschichte sind nicht die Unzulänglichkeiten eines alten Mannes, der aktuelle technische Entwicklungen verschlafen hat, sondern dass das Internet auch in unser Leben eingreift, wenn wir es nicht benutzen oder uns diesem verweigern. Und vor allem dann, wenn wir glauben, eine Firewall und ein paar auf "Privat" gestellte Optionen bei Facebook sind ein Garant der Freiheit und Unabhängigkeit.