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Monday, December 29, 2014

Modjadji oder der Freie Fall des Regens (4)

Anmerkung: Und wieder mal ein Stündchen Zeit für Unfug gehabt - ich weiss wirklich noch nicht, wohin die Geschichte geht.... findet unser Held Arbeit in einem Teehaus, das von einem Rudel schwuler Werwölfe betrieben wird? Wird er Immobilienmakler für heimatlose Geister? Ein Greifenreiter? Wenn ich dass nur wüsste.... die bisherigen (unvollständigen) Teile findet ihr hier


Die Gasse hinter der Wirtshaustüre

Nun, das Land der Wunder und Magie hatte ich mir insgeheim anders vorgestellt: Ein Schloss in der Ferne mit grünen Wiesen und Sonnenuntergang. Tiefe Wälder, Elfen mit langen Ohren, Magier mit spitzen Hüten, grimmige Söldner, fröhliche Bauern, Wachen mit rostigen Rüstungen und verschwitzte Händler, die kandierte Hasenohren am Strassenrand anbieten. Nichts von dem. Anstelle dessen blickte ich auf eine ordinäre Mauer mit Graffiti. Ich trat in die sehr gewöhnliche Gasse mit den handelsüblichen Pflastersteinen raus und blickte mich neugierig um. Alte Häuser, eine lange Mauer und kein Mensch auf der Strasse.
"Das ist alles?" drehte ich mich fragend um, nur um die Türe zu sehen, die mit einem lauten Krach ins Schloss fiel. Ich stand alleine in der Gasse und wusste, dass die Tür, die in meine Welt führte, sich sich nicht mehr öffnen lassen wird. Ich war im Kaninchenbau gefangen und in mir war diese Art von Gewissheit, die unwideruflich war und selbst einem Sturm des Zweifels trotzen würde.

Wednesday, September 17, 2014

Modjadji oder der Freie Fall des Regens (3)


I'm not crazy - my reality is just different from yours.
Alice in Wonderland



Anmerkung: So, momentan der letzte Teil - mehr kommt nicht an die Öffentlichkeit von der Geschichte.... ab sofort kommt wieder Fragwürdiges zum Merkwürdigen in diesem Blog *kicher*



Das Kaninchenloch


"Die meisten Menschen zeichnen in ihren hübschen Köpfen eine Karte von der Welt, die sich im Laufe des Lebens mit vielen Details füllt. Aber diese Karte ist nicht die Welt, noch Wirklichkeit, eher der Versuch, diese zu vermeiden." Es ist schwer jemanden zu widersprechen, der gerade einen Sturm in einem Wasserglas erzeugt hat. Da ich nicht trinke und meine Finger von lustigen Pillen und Pilzen mit unausprechlichen Namen lasse, war ich erst einmal bereit mich darauf einzulassen.

"Ich scheue die Wirklichkeit? Der Tisch ist doch wirklich, oder?" Zur Bekräftigung klopfte ich auf den Tisch. "Er ist Teil der Realität, dass ist richtig" sagte die Regenkönigin, "aber..." Sie verdrehte die Augen und kippte den Rest des Espressos hinunter und arrangierte die Gläser und Tassen auf dem Tisch. Vorsichtig geworden, rückte ich ein wenig ab. Sie grinste breit: "Keine Panik, für heute gab es genug Zauberei und Blendwerk, um Ungläubige zu beeindrucken". Dann tauchte Sie den Finger in das Wasserglas und zog eine Linie aus Wasser quer hinter dem Arrangment. "Stell dir einen Blinden beim Zelten vor, der den Weg durch einen Wald zum Fluss sucht." Der Finger fuhr umkreiste elegant das Wasserglas, die Espressotasse und den Milchkaffe. Ein ausgesprochen hübscher Finger an einer hübschen Hand, wie mir auffiel. "Was er hört, ist das Rauschen des Wassers. Bald findet er einen Weg, wie er zum Fluss und wieder zurück zu seinem Zelt kommt, ohne dass er einen Baum berührt." Als ich einwand, dass es keinen Sinn macht als Blinder gegen Bäume zu laufen und dass das Beispiel aus dem 1. Semester eines fragwürdigen Universitätsstudiums ist, sprach sie ungerührt weiter: "Den Kopf hin und wieder gegen einen Baum zu schlagen, hilft oft mehr, als du denkst."

Wednesday, September 3, 2014

Modjadji oder der Freie Fall des Regens

Graffiti in der Hintergasse zum Tannhäuser Tor
Die Frau, von der ich heute erzählen möchte, habe ich auf einem öffentlichen Platz an einem verregneten Sonntag kennengelernt. Kein harter Regen, aber beständig und hartnäckig darauf bedacht, alles mit Nässe zu überziehen. Das leise Fluchen der vorbei eilenden Menschen und deren hastigen Schritte bildeten den Rythmus zu einer uralten Melodie, die nur an solchen Tagen zu hören war. Musik, die in den Tiefen der Seele entsteht, mit flüchtige Noten, die sich nicht mit dem Verstand greifen lassen. Diese Melodie war es auch, die mich schließlich aus meinem Mittagsschlaf weckte und mich von einem Traum befreite, der sich um Vektorgleichungen handelte, die auf der Landkarte zu einer verborgenen Realität gezeichnet waren. Es war eine eigenartigen Stille im Raum, in der nur die Regentropfen zu hören waren, die frech und fordernd an das Fenster klopften. Und ein stilles Haus ist in der Tat seltsam! Auch wenn ihnen jemand etwas anderes erzählt, jedes Haus besitzt eine einzigartige Stimme: Das Knarren der Diele, zufalllende Türen oder das Ächzen der Dachbalken unter der Schneelast im Winter. Manche Häuser sind grimmig, andere von vergnügter Natur und wenn man ganz leise Nachts in seinem Bett liegt, dann hört man manchmal sogar Geschichten aus vergangenen Tagen.

Ich blickte etwas missmutig aus dem Fenster und war vom Drang in das nasse Grau des Nachmittages einzutauchen, überrascht. Ein Mann von Verstand sitzt so ein Wetter mit einem Buch auf dem ramponierten Sofa aus und spart sich die Spaziergänge für sonnige Tage auf. Zwischen Vernunft und Unvernunft hin und hergerissen gab ich schließlich auf, fischte eine Jacke aus dem Kleiderhaufen auf dem Boden und tauschte die Sicherheit meiner trockenen Wohnung gegen ein ungewisses und ungemütliches Draußen ein...



hier gehts weiter (mit einem späteren Teil)