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Tuesday, March 29, 2016

Moritat einer unhaltbaren Theorie: Der unzüchtige Bach


Beim traditionellen Osteressen unserer Familie hatte ich laut getönt, dass es selbstverständlich einen historisch nachgewiesenen Zusammenhang zwischen der Beischlaffrequenz mit der Mätresse oder Ehefrau und der musikalischen Begabung eines Komponisten gibt. Wer angibt, hat mehr vom Leben, heisst es oder sollte ich sagen: "Hättest du doch bloß geschwiegen, oh Frater Bartmoss!". Es hilft nichts: Ich muss da nun durch!

Als ich die Weiten des Internets nach Material für diese unhaltbare Theorie abgesucht hatte - mit hochrotem Kopf und Wasser in den Schuhen -, stolperte ich bei der Lektüre einer recht trockenen Webseite über folgende Urteilsbegründung: "Sie hörten regelmäßig überlaute Musik und gaben laute Geräusche beim Sexualverkehr von sich." Inklusive der ausgestoßene "Yippie"-Rufe stellt das Ganze eine unzumutbare Belästigung der Nachbarn dar und muss in Zukunft auf Zimmerlautstärke geschehen. Das ist doch schon einmal ein Beginn, auch wenn Wilhelm Busch das wesentlich eleganter ausgedrückt hat: "Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden." Dieser Schlingel, wenn man bereit ist, die Zeilen mit der trockene Poesie deutscher Amtsgerichte zu interpretieren.

Wednesday, May 13, 2015

Go man, go!


"Go man, go! Don't look back! Don't feel sorry for the things you've done"
Anonymus


Einer meiner bescheidenen Fähigkeiten ist es, Computer anderer Menschen einzurichten. Vielleicht sollte man sagen: Die Einstellungen in der unterschiedlichen Software so zu gestalten, dass es eine schmerzfreie Sache für den Anwender wird. Ein paar Kenntnisse über Browser, Windows, Office und ein paar Basics in Sachen Ubuntu. Und oft höre ich lobende Worte, wie gut ich mich mit dem Computer auskenne. Die Wahrheit ist: Ich habe keine Ahnung von Computern und habe es in langen und harten Jahren des Lernens gerade mal geschafft, dass ich eine Festplatte von einer Grafikarte unterscheiden kann. An guten Tagen finde ich den Einschaltknopf und von den schlechten Tagen erzähle ich lieber nichts.

Wie ich auf das Thema komme? Falsche Reue. In meinen jungen Jahren stand ich vor der Entscheidung mein knappes Geld in Computer oder Musikinstrumente aka Gitarre/Verstärker zu investieren. Nerd mit Brille oder strahlender Held auf den Bühnen dieser Welt. Ratet mal, für was ich mich entschieden habe: Der Weg des Dilettanten in Sachen Musik. Was zum einen ein Riesenspass war, und zum anderen den Verlust meiner Jungfräulichkeit zur Folge hatte. Hach, die Jugend! Sinnlos in ihrem Treiben und sich der Zukunft nicht bewusst!

Monday, May 12, 2014

Und den Sticker Ihrer Wahl brachte: Frank Zappa

The name of this song is "Penguin in Bondage". And it’s a song that deals with the possible variations on a basic theme which is...well, you understand what a basic theme is.
- Frank Zappa

Mein Geist ist stets unruhig und zur Zeit beschäftigt er sich mit Frank Zappa und den Menschen hinter der Musik. Youtube sei Dank gibt es einiges an Interviews zu sehen und zu hören.  Ein äußerst interessanter Mann und einer der größten lebenden "Random Bullshit Dedektoren", was Politik und Medien anging. Seine größte Sünde: Eigenständiges Denken, ein Verfechter der Freiheit und Kämpfer gegen die Zensur. Er ist einer derjenigen, der das Volk darauf hinweist, dass der "Kaiser keine Kleider anhat" und damit hat er sich nicht gerade einen großen Grad an Beliebtheit in gewissen Kreisen erarbeitet. Im Verlauf einiger Interviews über die Zensur in den USA bin ich auf den Sticker aus den 90er gestoßen, den er selbst geschrieben hat und freiwillig auf seiner Platte "Jazz from Hell" angebracht hatte.

http://www.cognitivedissident.org/images/20101209-warningsticker.jpg

Inhalt und Sprache garantieren, dass der Hörer nicht in Hölle landen. Beruhigend, nicht wahr? Der Hintergrund: In den 80er wurde das PMRC (Parents Music Resource Center) gegründet, damit Eltern schon anhand eines Aufklebers wissen, dass ihre Kinder Musik mit anstößigen Texten hören, die mit den religiösen Werten von christlichen Fundamentalisten nicht in Einklang zu bringen sind. So einen "Parental Advisory Aufkleber" hat natürlich auch "Jazz from Hell" bekommen, jedoch: Auf rein instrumentellen Platten sind in der Regel eher selten anstößige Texte zu finden. Kein Wunder, dass Herr Zappa ein wenig angepisst war. Als Warnung, dass man mit dem Kauf dem "Anti-Christen" huldigt, hat der Aufkleber seine Schuldigkeit getan.



Sunday, March 23, 2014

Fund des Wochenendes: Graveyard Train

Ich muss ein Video mit euch teilen, dass mir ein dickes Grinsen in das Gesicht gezaubert hat. Das ganze ist ein Musik Video von "Sideshow Alley", ein Projekt, das verschiedenste Gruppen und Künstler "live" in irgendwelchen Hinterhöfen und Seitenstrassen in New York oder in Melbourne (Australien) aufnimmt. Meine Empfehlung ist es in einer ruhigen Stunde durch ein paar der Videos zu stöbern - da sind einige Perlen verborgen.





Graveyard Train: 6 Jungs im Chorgesang, Waschbrett, Banjo, Hammer&Kette, Gitarren, ein schweigsamer Schlagzeuger und Kontrabass. Was will man mehr? Ich habe da Visionen von einer Kneipe, in der das Puplikum entweder betrunken mitsingt oder bewußtlos ist....

Tuesday, January 21, 2014

Vocaloids


Da ich letztens von Flann O'Brien und seine Abneigung gegenüber der Poesie berichtet habe,  gestehe ich hier an dieser Stelle ein, dass ich von einer ähnlichen Sache schon seit geraumer Zeit fasziniert bin: Vocaloids und die ganze Community, die darum entstanden ist. Im Prinzip sind Vocaloids virtuelle Avatare einer Stimmsoftware, deren "Stimme" auf mehr oder weniger bekannten wirklichen Sängern beruht. Die Gemeinsamkeit: Beide Produkte bringen Menschen dazu, Ihre kostbare Zeit in der Schaffung neuer und ähnlicher Produkte zu stecken. Zum Guten, wie zum Schlechten. Als ich das erste Mal auf Youtube über ein Live-Konzert gestolpert bin, war die erste Reaktion von mir "Wtf?!". Hunderte von Japaner, die Leuchtstäbe schwingen, abgehen und der bejubelte Star war eine projezierte Anime Figur. "Ok...", dachte ich mir "...es sind Japaner und als solche neigen diese dazu dem Westen befremdliche Sitten und Gebräuchen nachzugehen".