Und weiter geht die wilde Jagd nach unhaltbaren Theorien und fragwürdigen Spekulationen. Nur eines vorne weg: Der Text ist seltsam und für Leser mit einem sonnigen und schlichtem Gemüt vermutlich ungeeignet.
Faust ist kein Mitglied der Bösen Genies für eine bessere Zukunft, er ist Mittel zum Zweck: Ein Objekt, dass zur Erhöhung des sozialen Prestiges von Mephisto benutzt wird. Und die Bösen Genies? Was ist, wenn deren Grad der Boshaftigkeit lediglich darüber definiert wird, eine autonom gebildeten Meinung über die Natur der Dinge, über Kultur und Gesellschaft zu haben? Nein, bestimmt nicht. In Wirklichkeit ist es ein Künstlerpack, dass sich eitel vor dem Spiegel dreht. Brüder im Geiste von Mephisto.
Betrachten wir den Schurken einmal als Künstler, sein Verbrechen als Kunstwerk und die "guten" Superhelden als Kritiker an diesem Kunstwerk, dann werden gewisse Mechanismen im Kampf zwischen Gut und Böse wesentlich klarer. Der Künstler ist voller Leidenschaft und steht vor dem Problem wahrgenommen zu werden, das Interesse an seiner Kunst zu wecken. Nicht ohne Grund hält der Bösewicht stundenlange Reden vor dem - üblicherweise - gefesselten Protagonisten. Er hat die trügerische Hoffnung, das Einsicht in den tumben und unsensiblen Helden einkehrt, das Respekt und Anerkennung für sein Werk wächst. Trügerisch in der Tat, vertritt der Held doch die Zensur in Form der Straftatvereitelung.
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Monday, June 11, 2012
Tuesday, June 5, 2012
Die Bösen Genies für eine bessere Zukunft (1)
"Ein guter Mensch, in seinem dunklen DrangeIst sich des rechten Weges wohl bewußt."
Ich gestehe: Goethe, Superhelden Comics und bestimmte Science Fiction wild durcheinander zu lesen kann für Verwirrung im menschlichen Geist sorgen. Der Übergang ist fließend, geht es doch im Faust, als auch in Marvel Comics um den ewigen Widerstreit zwischen Gut und Böse. Der gewöhnliche Mensch steht zwischen den beiden Prinzipien und bekommt den Kollateralschaden um die Ohren. Und Sprüche hagelt es auf beiden Seiten des Lesestoffes zuhauf, klasse Sache. Vor allem "Faust, der Tragödie erster Teil" in die Runde geworfen, wenn ein Zitat fällt, hat eine ziemlich hohe Trefferquote - bis zu 80% munkelt man. Mit ein wenig Glück geht man in die nächste Runde gesellschaftlicher Kraftmeierei mit dem Bonus als gebildeter Mann. Gehört zu dem Repertoire der Abteilung "Man gebe mir 10 Minuten Zeit, um mein Gesicht schönzureden...". Hatte Faust nicht nötig, der wurde von Mephisto zur Schönheitschirurgin für eine Rundumneuerung geschleppt. Praktische Sache, erspart viele Worte. Der Spruch allerdings fällt in das 20% Restrisiko und stammt von einem anderen Dichterfürsten namens Voltaire, der auch über den Widerstreit und die Widersprüche in der Darstellung von Gut und Böse geschrieben hat.
Mit diesen Gedanken bewaffnet ging ich den Umzug des nächsten Bildes von Facebook hierher an. "Die Bösen Genies für eine bessere Zukunft" war vor ihrem digitalen Schicksal ursprünglich eine Seidenmalerei, die aus Gelegenheit und reiner Neugier entstanden ist. Der Name ist aus dem Spiel "Illuminati" von Steve Jackson, das Verschwörungstheorien, Paranoia, Weltherrschaft und geheime Gruppen auf die Schippe nimmt. Es sollte vorzugsweise dann gespielt werden, wenn Feinde oder vollkommen humorlose Menschen am Spieltisch sitzen. Großer Spass, ich schwör!
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