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Saturday, February 27, 2016

Gebinched: Minority Report und The Expanse

I'm placing you under arrest for the future murder of Sarah Marks and Donald Dubin that was to take place today
Minority Report


Ich weiß nicht mehr wo, aber einmal hatte ich einen Artikel über die 90er Jahre des letzten Jahrtausend gelesen. Zwei Sachen sind dabei hängen geblieben: Zum einen, dass die 90er einmal als die "Goldenen 90er" in die Geschichte eingehen werden und zum zweiten, dass sich die damalige Generation wie folgt beschreiben lässt: "Sie trieben Unzucht und lasen die Zeitung." Im 21. Jahrhundert wird das wohl umgeschrieben werden müssen in "Sie sahen Youporn und trieben Binge-Watching!". Da ich in dem Alter bin, in dem man froh ist, vom Beischlaf mit seiner Ehefrau befreit zu sein, habe ich wieder einmal mit "Binge-Watching" meine kostbare Lebenszeit verschwendet.

Als Science Fiction Nerd bin ich mit froher Hoffnung "Minority Report" und "The Expanse" angegangen. Mit höchst unterschiedlichem Vergnügen, denn beide Serien decken das jeweilige Spektrum an den Extremen ab: Sehr gut und unterirdisch schlecht. Gute Beispiele dafür, was man bei Darsteller, Dialoge, Umsetzung der Welt, Produktionsdesign und Effekte in den Sand setzen kann oder wie man es richtig macht.

Saturday, August 15, 2015

Dark Matter (SF 2015): Ächz, Stöhn, Cheese

"Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!"
Dante Alighieri

https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51X-zAx3oJL._SL250_.jpg
Hupfdohlen in billigen Kulissen
Von den großen Dichtern wird berichtet, dass es ihnen schwergefallen ist, einem Schauspiel mit Worten gerecht zu werden. Bei "Dark Matter" stellt sich diese Schwierigkeit nicht, denn es ist ein Machwerk, dass es sich nicht anzusehen lohnt. Natürlich ist das meine komplett subjektive Sicht, die keinen Anspruch auf eine objektive Wahrheit erhebt. Aber ich empfehle Fans von dieser Serie, sich an dieser Stelle von der Rezension abzuwenden und anderen Dingen zu widmen. An die interessierten Leser, die noch bleiben: Meiner persönlichen Meinung nach wurde wieder einmal ein Budget für eine Science Fiction Serie sinnlos verbraten und das ärgert mich so, dass ich wieder die Tasten für einen Beitrag bemühe. Nun - gibt es die kleine Chance auf Kultstatus, weil die Serie so schlecht ist, dass es schon wieder gut ist?

Das trifft auf "Dark Matter" leider auch nicht zu, denn die Serie ist nach 8 Folgen einfach nur schlecht. Drittklassige Schauspieler der Kreisliga Süd geben hölzern Sätze von sich, die CGI ist mau und die Geschichten schon tausendmal erzählt. Ich weiß nicht wer das Script gelesen hat und sein OK für die Umsetzung gegeben hat, aber vermutlich war die Hoffnung die Mutter des Projektes. Die Schreiber sind gestandene Veteranen des gehobenen SF Cheese und haben schon in Stargate SG-1 ihr Unwesen getrieben - und vermutlich dort ihr kreatives Pulver verschossen. Zumindest wäre die Ausgangslage wirklich eine gute Basis für viele Geschichten: In einem Raumschiff, dessen Ladung aus Waffen besteht, wachen sechs Menschen auf, die sich weder an ihre Namen oder ihre Vergangenheit erinnern können. Lediglich die Reste einer Datei in einer der gelöschten Datenbanken des Schiffes gibt ein paar Details aus deren Vergangenheit preis: Es sind alles gesuchte Lumpen, Brandstifter, Gauner, Verbrecher und Mörder.

Sunday, December 14, 2014

Rezension: The Librarians (2014)



Mein Herz schlägt für das Phantastische, sei es Filme, Bücher, Comics oder Hörspiele. Und solange ich dabei unterhalten werde, bin ich auch bereit, Kröten in Sachen Glaubwürdigkeit zu schlucken. Eine genau durchdachte Handlung? Ein Plot? Sehr gute Schauspieler? Sind mit Sicherheit ein Plus, aber nicht nötig, solange man mit einem gewissen Einfallsreichtum und Kreativität eine Geschichte erzählt. Und genau daran mangelt es bei einer TV-Serie, deren ersten Folgen gerade angelaufen ist: "The Librarians". Meine Hoffnung war groß, dass sich hier eine TV-Serie findet, die mich über die Dunkelheit der Wintermonate bringt. Angekündigt war eine Mischung zwischen Indiana Jones und Warehouse 13, sprich: Gefährliche Artefakte, alte Mythen und Legenden, Kämpfe und Exkursionen in exotische Länder. Schöne Frauen mit trügerischen Herzen, schwer bewaffnete Bibliothekare und geheimnisvolle Kämpfer, kurz: Das ganze B-Movie Programm mit cheesy Plots und Explotations.

Friday, September 19, 2014

Extant: Schwanger durch Sporen im Weltraum

WYSIWYG
Die Serie anzusehen war eine Verschwendung von Lebenszeit. Die Grundidee der Serie läßt sich wie folgt umschreiben: "Intelligente Sporen zeugen mit unfruchtbarer Hausfrau ein Kind". Coole Sache, holt das Popcorn und die Getränke! Weltraum-Trash vom Feinsten! B-Movie Abend! Aber ich sage euch: Lasst alle Hoffnung fahren. Die Serie schafft nicht den Sprung über die Hürde "So schlecht, dass es wieder gut ist". Es steckt eine Menge Geld in der Produktion drin und ist ansprechend produziert. Aber die hübschen Bilder und Effekte reichen leider nicht aus, die bittere Tatsache zu verdecken: Wieder wurde eine Science Fiction Serie in den Sand gesetzt. Eine miserable Geschichte, welche die Intelligenz der Zuschauer beleidigt, Schauspieler ohne Chemie, eine überforderte Hauptdarstellerin und einen Steven Spielberg Subplot, der mit Künstlicher Intelligenz zu tun hat, böarks. Halle Berry wurde zwar einmal mit einem Oskar für Leistungen in der Schauspielkunst bedacht, wird aber für Extant wohl mehrere goldenen Himbeeren ernten. Sie kann keine Serie über 12 Folgen tragen und dass wird von Folge zu Folge offensichtlicher. Um was dreht es sich eigentlich in "Extant"?

Es geht um einen Japaner, der in einem abgestürzten Asteroiden Gülle von Ausserirdischen findet, die ihn unsterblich macht, solange er diese regelmäßig einnimmt. Da der Vorrat zu Ende geht, und dieser nicht künstlich herzustellen ist, schickt der alte Mann Astronauten auf Solo-Missionen in eine Raumstation. Die Hoffnung: Mit den Herstellern einen Deal zu machen oder mehr von dem Zeug zu finden. Das kann man so stehen lassen, ergibt es doch eine gute Ausgangsbasis für allerlei bunte und wilde Geschichten. Nun, die Truppe um Steven Spielberg (Produzent) hat sich Folgendes ausgedacht:

Auf der Raumstation kommen intelligente Sporen zu Besuch, welche die Vorstellungskraft von uns Menschen perfekt manipulieren können. Ausserirdische können und dürfen das im Übrigen - ein Axiom in Science Fiction Serien! Die Sporen gaukeln Molly - unserer tapferen Hausfrau im All - einen gestorbenen Liebhaber vor, um einen Alien Hybriden zu erzeugen. Aha, Sex mit Toten - das kann nicht gut gehen. Aber sehet da, ein Wunder der Natur! Denn Molly ist eigentlich unfruchtbar und hat mit ihrem Mann, einem Wissenschaftler der Androiden bastelt, eine künstliche Intelligenz in einem Roboter als Ersatz für ein Kind adoptiert. Wolken des Dramas dräuen am Horizont! Bruderzwist, ich hör dich trappsen! Unfruchtbar, aber hochschwanger kommt Molly auf die Erde zurück: "Aber isch 'abe nischt gevögelt, isch schwör!". Hat sie wohl und daher operieren die Schergen des unsterblichen Japaners den Alien Fötus ungefragt aus Molly heraus, der aber seinem Brutkasten entkommt und mordend und manipulierend auf der Erdoberfläche herumzieht.

Tuesday, August 27, 2013

A Zombie named Denise

Von Charles Dickens wird überliefert, dass Fröhlichkeit und Zufriedenheit das Geheimnis der Schönheit sind und - aufgepasst meine Herren und Damen! - beides jugendliches Aussehen konserviert. Das volle Haar gewinnt man jedoch mit innerer Zufriedenheit nicht zurück, dass habe ich aus langen Phasen von Versuch und Irrtum gelernt. Aber wie kommt man nur auf solch ein Thema? Midlife Crisis? Der Bauchumfang größer als der Spiegel? Neue Falten, dort wo keine sein sollten? Falsche Spur. Der Anlass ist banal: Ich hatte mir aus Gründen des Zeitvertreibes ein paar Folgen einer neuen Serie aus den Staaten angesehen, wobei ich noch nicht weiß, ob diese mir gefällt. High School, Menschen unter 20 Jahren mit Problemen, die einen schon lange selbst nicht mehr betreffen - eine schmerzfreie Sache also. Der Herr des Fernsehwesens möge mich mit anspruchsvollen Zeug die nächste Zeit verschonen bitte! Getreu den Prinzipien des lauteren Kulturbolschewismus folgend, bewaffnete ich mich mit einer Tüte Chips und grünem Tee aus einem Plastikbecher und harrte der Dinge, mit denen sich das amerikanische Jungvolk herumplagen muss. Und siehe da: Eine gewisse Chemie zwischen den Darstellern ist nicht zu leugnen, das Drehbuch ist ok und ich bin nicht überfordert. Dann jedoch kam der Auftritt der Mutter unseres jugendlichen Helden...

Saturday, June 22, 2013

Defiance

Ich hatte mal wieder die Gelegenheit in die unendlichen Weiten der Fernsehunterhaltung abzutauchen, genauer: Defiance, eine Fernsehserie zu einem MMO-Shooter. Ein paar nette CGI Effekte und Kostüme. Und obwohl die Serie an manchen Stellen durchaus Charme aufweist, die Action Szenen passabel sind, vermiesen uninspirierte Lohnschreiberei, langweilige Charaktere und vorhersehbare Stories die Serie.

Die Grundidee hinter dem Spiel und der Serie ist es, dass beide eine Synergie eingehen: Das Spiel beeinflusst die Handlung in der Serie und die Serie die virtuelle Welt. Das Setting: Eine gescheiterte "Invasion" unseres Heimatplaneten. Die Aliens sind gestrandet und müssen sich mit der überlebenden Menschheit auf einem durch Krieg und Terra Forming verwüsteten Planeten arrangieren, dessen geänderte Biosphäre ein paar neue und gemeine Lebensformen hervorgebracht hat. Und Defiance - das ehemalige St. Louis - ist die Stadt, in der diese Geschichte erzählt wird. Vor diesem Hintergrund müssten sich doch ein paar spannende oder zumindest unterhaltsame Geschichten machen lassen, jedoch: Anstelle Mindfood für den Science Fiction Nerd gibt es aufgewärmte, altbackene Hausmannskost.