Saturday, June 22, 2013

Defiance

Ich hatte mal wieder die Gelegenheit in die unendlichen Weiten der Fernsehunterhaltung abzutauchen, genauer: Defiance, eine Fernsehserie zu einem MMO-Shooter. Ein paar nette CGI Effekte und Kostüme. Und obwohl die Serie an manchen Stellen durchaus Charme aufweist, die Action Szenen passabel sind, vermiesen uninspirierte Lohnschreiberei, langweilige Charaktere und vorhersehbare Stories die Serie.

Die Grundidee hinter dem Spiel und der Serie ist es, dass beide eine Synergie eingehen: Das Spiel beeinflusst die Handlung in der Serie und die Serie die virtuelle Welt. Das Setting: Eine gescheiterte "Invasion" unseres Heimatplaneten. Die Aliens sind gestrandet und müssen sich mit der überlebenden Menschheit auf einem durch Krieg und Terra Forming verwüsteten Planeten arrangieren, dessen geänderte Biosphäre ein paar neue und gemeine Lebensformen hervorgebracht hat. Und Defiance - das ehemalige St. Louis - ist die Stadt, in der diese Geschichte erzählt wird. Vor diesem Hintergrund müssten sich doch ein paar spannende oder zumindest unterhaltsame Geschichten machen lassen, jedoch: Anstelle Mindfood für den Science Fiction Nerd gibt es aufgewärmte, altbackene Hausmannskost.


Es ist eine Soap Opera, der es an Science Fiction mangelt und die 150 Jahre früher im Wilden Westen spielen könnte. Man ersetze Pferde und Kutschen durch Motorräder/Autos und nimmt jedes Cliche, dass man in den alten Western finden kann: Der reiche korrupte Geschäftsmann, einen bigotten Minenbesitzer, ein Hurenhaus deren Chefin ein goldenes Herz hat und der geheimnisvolle Fremde auf Durchreise, der nach einer Schießerei in der Stadt den Posten des Sherrifs bekommt. Aliens mit den Flachnasen geben die Indianer ausserhalb der Stadt. Voila. Ungerechtes Urteil?

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Jein. Die Serie verwendet ihr Budget mit Sicherheit nicht schlecht, knausert jedoch an entscheidender Stelle - den Drehbuchautoren. Den Schreibern mangelt es an Ideen und Vorstellungskraft, was man mit der Hintergrundgeschichte anfangen kann und treibt anstelle eigener Ideen mal wieder Romeo und Julia im Schweinsgallop durchs Dorf. Die Konflikte zwischen den einzelnen Figuren und Parteien sind vorhersehbar und tausendmal schon abgedreht worden, nichts Neues im Westen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Darstellung und Ausarbeitung der Alienkulturen ungefähr das Niveau eines EUR 15,00 Liferollenspiels auf dem Acker hinter dem Elternhaus des Veranstalters hat. Mangelnde Vorstellungskraft, eine Todsünde, wenn man Science Fiction auf ein Produkt schreibt.

Verdikt: Mit Popkorn bewaffnet, keinen hohen Erwartungen, das Gehirn auf Durchzug gestellt und dem festen Willen sich zu betrinken, kann man durchaus ein angenehmes Wochenende mit der Serie verbringen.