Sunday, July 14, 2013

Civilisation V: Brave New World

Weltherrschaft! Religiöser Wahnsinn! Handel, Touristen und Moneten! Kurz: Brave New World (Add-On), die nächste Erweiterung für Civilisation V, ist herausgekommen. Gut gelungen, viele sinnige Veränderungen und es macht eine Höllenlaune zu spielen. Diese Erweiterung, meine Damen und Herren Gesangsverein, ist grandios und hat für mich den gleichen Stellenwert wie damals "Beyond the Sword" aus dem vierten Teil. Und ich weiß: Typische Nerd-Schwärmerei am ersten Wochenende. Vermutlich werde ich bittere Tränen in meine Tastatur weinen, gleich nächste Woche.


Die größte Änderung in Brave New World ist vermutlich der Handel und das liebe Gold. Außer Luxus-Resourcen gibt es praktisch keine Geländefelder mehr mit Gold. Das ist im ersten Moment ein harter Schlag und trifft vor allem die Kriegstreiber am Anfang des Spieles unter uns, die mit zunehmender Truppenstärke in einen immer schneller leer werdenden Geldbeutel schauen. Die Antwort darauf lautet Handel, denn - Freude! - es gibt wieder Handelsrouten, die von Karawanen und Frachtschiffen befahren werden. Je weiter die andere Stadt entfernt und mit unterschiedlichen Resourcen ausgestattet ist, desto mehr Moneten werden in die Kasse gespült. Und desto schwerer können diese geschützt werden: Handelsrouten ziehen plündernde Babaren und Feinde magisch an - einen Teil des Gewinns in militärische Einheiten zu investieren ist nicht der schlechteste aller Pläne. Zudem noch einige Feinheiten mit den Handelsrouten einhergehen: Glaubensvorstellungen, Einfluß und wissenschaftliche Erkenntnisse verbreiten sich damit auch. Was mir sehr gut gefällt, ist die Möglichkeit, nun Essen oder Produktion in andere Städte zu transportieren. Damit lassen sich einige Stunts mit der Städteplanung fabrizieren, die in der vorherigen Version unmöglich waren.

Jedoch: Nach den ersten Stunden habe ich das Gefühl, dass selbst die größten Kriegstreiber mit der Einführung der Handelsrouten plötzlich sehr zahm geworden sind. Der drohende finanzielle Verlust, die Finanzierung der Armee und andere Boni, die plötzlich nicht mehr vorhanden sind... wo vorher die üblichen Verdächtigen sich bei freundschaftlichen Nachbarsbesuchen und Städte plündern die Klinke in die Hand gedrückt haben, herrscht plötzlich eitel Sonnenschein. Ein ganzes Spiel neben dem Franzosen und kein Krieg? Alexander mit Blumenkranz im Haar und leise "Frieden auf Erden" hauchend? Das friedliche Miteinander ist... verdächtig. Naja, vielleicht sind die Nasen auch vernünftiger geworten - man weiß es nicht.

Die nächste große Änderung betrifft die "Social Policies" und den Kultursieg. Mit Kultur kauft man sich nach wie vor Social Policies, die Vorteile aller Art bringen, diese zählen jedoch nicht mehr direkt zu einem kulturellen Sieg. Tourismus und der Einfluss auf andere Nationen ist nun entscheidend dafür. Tourismus bekommt man durch Bilder, Schriftstücke und Musik, die man in den eigenen Museen und Wunder ausstellen kann. Praktisch, dass zu den großen Persönlichkeiten noch Schriftsteller dazugekommen sind und die Archäologie: Buddeln nach alten Schätzen, diese an die Wand nageln und gut ist.

Es gibt natürlich noch einiges Neues mehr, zuviel für eine kurze Rezension. Mein erster Gesamteindruck ist: Eine klare Kaufempfehlung - diese Erweiterung rockt und macht meiner Meinung nach Civ 5 zum besten Teil in der Civilisation Reihe.