Wednesday, March 13, 2013

Sim City 5: Die Mutter aller Staus

Endlich! Der Hersteller/Betreiber von Sim City 5 hatte ein Einsehen und es wurden mehr Server aufgestellt. Spielen war möglich und Ihr dürft mich ab sofort Numerobis nennen. Mit einem Freund zusammen wurde eine Region ausgewählt und man hat flux angefangen Städte zu bauen. Mein völlig subjektives Urteil im Rausch der ersten Stunden: Klasse Spiel, wenn es einmal läuft und es macht einen Höllenspaß. Wie viele Spiele kurz nach der Veröffentlichung ist es jedoch von kleinen, häßlichen Bugs und schlecht programmierten Features verseucht. Ein paar der wirklichen ärgerlichen Bugs betreffen die Interaktion zwischen den Städten innerhalb einer Region. Blicken wir einmal auf das Schreckgespenst, dem viele amitionierte Projekte zum Opfer gefallen sind... das gemeine Verkehrswesen.

Der gewöhnliche Sim liebt sein Auto und ist nur schwerlich davon zu trennen. Mit Stolz geschwellter Brust beobachtet man, wie die ersten Möbelwagen kommen, das Haus steht und das Sim sein Auto zu einer Spritztour ausführt. Der Stolz weicht schnell dem Schrecken, wenn das gleiche Verhalten jeder der Bewohner aus einem unserer sozialistischen Prachtbauten und Wohnburgen macht. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, das Sim City 5 die Mutter aller Staus ist. Den Verkehr unter Kontrolle zu bekommen ist schwer und wenn die Stadtplanung schlecht ist... sogar unmöglich.


Die Städte existieren nicht in einem luftleeren Raum, sondern in einer Region, deren Größe bis zu 16 Städten und mehreren Großprojekten reichen kann. Dazu gibt es einen Weltmarkt, der Waren anliefert und abholt. Hier einmal eine bunte Auswahl, was da so alles in unsere schöne Stadt schippern kann:

  • Pendler
  • Touristen
  • Möbelwagen
  • Handwerker
  • Studenten
  • Warentransporte

Nur soviel: Der Ansturm dieser Horden an Besuchern läßt sich nicht verhindern und wird auch benötigt. Casinos und Shops brauchen Touristen und ohne Warentransport ist die Wirtschaft relativ schnell am Ende. Der Teufel steckt im Detail und eines davon ist im öffentlichen Transportwesen zu finden: Der Bus in seinen vielfältigen Erscheinungsformen im urbanen Raum. Recycling, Abfall und Schulen nutzen diese. Und mit Begeisterung dann, wenn auf den Strassen die Hölle los ist.

Es gibt am Anfang nur eine Möglichkeit, wie die Sims in unsere Stadt kommen können: Die Autobahn und meistens existiert nur eine Abfahrt. Mit zunehmenden Verkehr wird die erste Kreuzung zu einem Nadelöhr, das früher oder später den Monster-Stau verursacht. Die einen Fahrer wollen nach links, die anderen nach rechts oder einfach nur aus der Stadt. Es kommen mehr Fahrzeuge nach, als die Ampelschaltung zuläßt, voila! Rien ne va plus. Stau bis ans Ende des Horizonts. Und jedes weitere Fahrzeug, dass die gleiche Kreuzung benutzen will, trägt zu dem Verkehrschaos bei. Da alles steht, können die Zulieferer die benötigten Resourcen nicht an Fabriken liefern - damit auch kein Verdienst -, die Feuerwehr kann Brände nicht löschen und Sims kein Geld verdienen, dass diese auch ausgeben.

Der Bildungsbürger in uns fängt in so einer Situation die übliche Milchmädchenrechnung an: Öffentliche Verkehrsmittel, 80 Bürger in einen Bus und wir haben 80 Autos weniger auf der Strasse. In der Theorie ja, die Praxis lehrt uns etwas anderes: Sim-Busfahrer neigen zu erratischem Verhalten und folgen keiner bekannten Logik, wenn sie ihr Fahrzeug durch die Stadt steuern. Dass kann man gut beobachten, wenn man die Data Map der öffentliche Verkehrsmittel aufruft und die Wege verfolgt, den diese nehmen. Da steuern beispielsweise 6 Busse gleichzeitig eine Haltestelle an, machen 3 U-Turns, um dann die gleiche Haltestelle noch einmal anzusteuern, weil eine alte Mutter den Bus verpasst hat. Löblich, löblich... aber fatal für den Gesamtverkehr. Vom gleichen Schlag und Stamm sind die Busfahrer der Recycling und Müllabfuhr. Fragt nicht, von welchen Phobien und Wahnvorstellungen der Programmierer bei der Arbeit geplagt wurde - die Antwort könnte nicht gefallen.

Kurz: Nach den bisherigen Erfahrungen würde ich keine Busse und Park&Ride mehr verwenden. Wenn öffentliche Verkehrsmittel, dann Strassenbahnen. Die transportieren zehntausende Bürger mit minimalen Wartezeiten. Hier ist einer meiner ersten ernsthaften Versuche - kein Bus! -, das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen:

Schulviertel 1. Stufe

Der Aufbau hat erstaunlich gut funktioniert. Im oberen, äußeren Kreis die Behausungen für die ungewaschenen Massen mit Zugang zur Strassenbahn, die zu den Arbeitsstätten führt. Um die Benutzung von Autos weiterhin zu minimieren, sind Bebauungsflächen für Einkaufsmöglichkeiten (Blau) in die Wohngebiete (Grün) gesetzt worden. Im unteren Bereich sind die Gebäuder der Mittelschicht und der Grundversorgung zu finden. 

Schulviertel 3. Stufe

Ab 80K ist die Stadt im Verkehrschaos abgeraucht... ein paar falsche Entscheidungen zuviel. Ich bin in der Übungsphase *grins*.

--> Hier gehts weiter zu den Bildern und Data Maps einer Kreisstadt mit 100 000 Einwohner ohne Verkehrschaos und Staus... *Klick mich*  oder ein paar Einblicke in den Bau derselben *Klick mich auch*