Friday, April 19, 2013

Hype, whine and cheesy games (2)


In einem klassischem Campus-Deutsch ausgedrückt: Ein Hype entsteht aus einem sozialen und medialen Diskurs in der Gesellschaft. Was nichts anderes bedeutet, als der Klatsch&Tratsch im Büro, Schule oder der Social Media Plattform ihrer Wahl: "Hast du schon gehört/gesehen/gelesen? Das ist so fresh&cool, dass muss man..." "Ja, tolle Sache... reichst du mir bitte den Eimer in der Ecke, so dass ich mich übergeben kann?" Oups, das war jetzt nicht so freundlich, oder? Aber ich gelobe Besserung, denn jetzt geht es in die Berge: Ein Hype hat einen Gipfel und einen Höhepunkt mit dem sinnigen Namen: "Überhöhte und überzogene Erwartung".

Kennt man: "Bestes Spiel aller Zeiten!", "Geniales PvP System!", "Voll krass alda, isch schwör!". Sobald man das in den Foren liest, kann man sein nächstes Monatsgehalt auf den Inhalt des Forums nach dem Release wetten. Denn nach der Glorifizierung und überhöhte Erwartungen an das Spiel kommt das Erwachen im Tal der Realität. Man hat nicht nur Bugs und Schnitzer im Game-Design gefunden, sondern auch die Erkenntnis, dass die heimliche Hoffnung auf ewige Glückseligkeit mal wieder umsonst war. Und macht euch keine Hoffnung, dass diese Zwangsläufigkeit nur auf Computerspiele beschränkt ist: Das ist nicht von der Art des Produktes oder der Idee abhängig.

Nur eines ist sicher: Ein Hype ist nicht rational und der Mensch ist anfällig auf Versprechungen reinzufallen. Wir sind mal wieder blind der Masse nachgelaufen... und nun? Das bittere Eingeständnis? Normalerweise sollte man annehmen, dass eine Jungfrau nur einmal Ihre Unschuld verlieren kann und dann ist es auch verständlich, dass diese über den Scheißkerl auf dem Dorfplatz laut lamentiert, der sie sitzen gelassen hat. Nicht so ein guter Teil der Community, die in den Foren haust: Mit einem erstaunlichen kleinem Langzeitgedächtnis und hoher Lernresitenz wird die jedesmal neu verlorene Unschuld auf das Bitterste beklagt. Ein Eingeständnis, dass hier die Erwartungen realistisch gesehen nicht erfüllt werden können, kommt nur in Verbindung mit einer Anklage und der symbolischen Hinrichtung eines Schuldigen in Frage. Yeah! Holt die Fackeln und Mistgabeln! Shitstorm!

Aber ich bin mir sicher, dass ich mich hier täusche. In Wirklichkeit stimmt natürlich die Geschichte vom gierigen Publisher, der mit roten Augen und satanischem Gelächter unfertige Spiele veröffentlicht, um den hoffnungsfrohen Spieler eine Lektion in Demut zu erteilen.